Fünfte Abth. Dritter Abschnitt.
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Wenn wir uns die Erde als eine bloße Wasserkugel vorstellen, ¬
oder auch als einen festen Körper, welcher überall
mit einem flüssigen Wesen bedeckt ist; so wird dieses genöthigt ¬
werden, die Kugelgestalt zu verlassen, und einen länglich =
runden Körper bilden, dessen gröster Durchmesser gegen
den Mond gerichtet ist *). Es würde also, wenn jemand in
einiger Entfernung von der Erde über den Punkt E. gestellt
werden könnte, ihm die Wasserfläche nicht in der runden
Figur A. B. C. D., sondern in der elliptischen Gestalt a. b.
c. d. erscheinen. Die aus dem Meere hervorragenden festen
Theile hindern zwar die Erde nicht ganz diese Figur anzunehmen: ¬
allein es kommt hier ein anderer Umstand in Betrachtung, ¬
welcher in dieser Bewegung wichtige Veränderungen ¬
hervorbringt, und dieser ist die Umdrehung der Erde
um ihre Achse, und das Fortrücken des Mondes auf seiner ¬
Bahn.
Wenn die Erde sich nicht um ihre Achse drehete, und
der Mond beständig auf einem Punkte über dem Meere stehen ¬
bliebe; so müste man allezeit an zwei Stellen das höchste, ¬
und an zwei anderen das niedrigste Wasserl haben
und die Figur bliebe immer eine und dieselbe: so aber wechseln ¬
Ehbe und Fluth auf der Meeresfläche beständig ab,
wodurch die Gestalt der Erdkugel immerfort verändert wird.
Die Bewegung der Erde um Ihre Achse geht in einem
Zeitraume von vier und zwanzig Stunden vor sich. Der
Mond kommt also binnen dieser Zeit nach und nach über
andere Theile des Meeres zu stehen, bis er wieder in den
Meridian gelangt, aus welchem er getreten war, und das
Wasser in jedem Mittagskreise muß sich in dieser Zeit zweimal ¬
erheben und zweimal fallen.
Wenn wir uns demnach gerade unter dem Monde in
A. eine Insel gedenken, so hat sie zu der Zeit hohes WasClairaut ¬
de la figure de la terre. Parit 1745. 8.