Volltext : Otto, Johann Friedrich Wilhelm: System einer allgemeinen Hydrographie des Erdbodens

Erste  Abth.  Das  Wasser  überhaupt.
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im  Umfange  und  35  Pfund  am  Gewicht  im  Meerwasser  im
Schwimmen  nicht  bis  zur  Hälfte  eintauchen  kann,  weil
ein  halber  Kubikfuß  dieses  Wassers  mehr  wiegt  als  35  Pfd.
Daher  muß  man  stark  beladene  Schiffe,  wenn  sie  aus  dem
Meere  in  das  süße  Wasser  der  Flüsse  gehen,  etwas  erleichtern, ¬
  weil  sie  sonst  zu  tief  einsinken  würden:  dagegen  kann
man  den  Schiffen,  welche  auf  den  Flüssen  schon  ihre  völlige
Ladung  haben,  noch  etwas  zugeben,  wenn  sie  sich  hernach
im  Meere  befinden.
Auch  eigenthümlich  schwerere  Körper  können  auf  dem
Wasser  schwimmen,  wenn  sie  entweder  stark  ausgehölt,  oder
mit  leichteren  Körpern  verbunden  sind.  So  schwimmt  ein
Kahn  von  Blech;  so  schwimmen  Steine  und  Eisen  auf  hölzernen ¬
  Flössen;  so  verhindern  die  Scaphander  oder  die
Schwimmgürtel  und  Schwimmkleider,  die  mit  Kork  ausgestopft, ¬
  oder  mit  luftvollen  Blasen  versehen  sind,  daß  Menschen ¬
  im  Wasser  nicht  untersinken.  Wenn  Schiffe  auf  dem
Boden  des  Meeres  im  Sande  oder  Schlamme  festsitzen;  so
kann  man  sie  oft  dadurch  wieder  flott  machen,  daß  man  zur
Zeit  der  Ebbe  leere  und  dicht  verschlossene  Kasten  an  ihnen
befestigt.  Diese  werden  nun,  wenn  sie  groß  genung  sind,
zur  Zeit  der  Fluth  mit  solcher  Gewalt  von  dem  Wasser  in
die  Höhe  getrieben,  daß  sich  das  ganze  Schiff  dadurch  zugleich ¬
  mit  erhebt.
Das  Wasser,  wenn  es  steht,  drückt  mit  seinem  ganzen
Gewicht;  bei  dem  fließenden  hingegen  wird  ein  Theil  des
Drucks  auf  die  Bewegung  verwendet,  und  er  ist  also  schwächer. ¬
  Es  muß  folglich,  unter  gleichen  Umständen,  das  fliessende ¬
  Wasser  höher  stehen,  als  das  ruhende,  und  jenes  ist
so  zu  betrachten,  als  ob  es  ruhete,  aber  zugleich  eigenthümlich ¬
  leichter  wäre.
Das  Wasser  wird  in  der  Natur  nie  ganz  rein  angetroffen, ¬
  sondern  es  erscheint  mit  mancherlei  fremdartigen  Theilen ¬
  bald  mehr,  bald  weniger  vermischt  und  beladen.  Selbst
            
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