Full text : Otto, Johann Friedrich Wilhelm: System einer allgemeinen Hydrographie des Erdbodens

Erste  Abth.  Das  Wasser  überhaupt.
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ser  ein  so  ansehnlicher  Theil  seines  Gewichts  verloren  geht.
Diesen  Verlust  wird  man  sehr  deutlich  gewahr,  wenn  man
einen  Eimer  mit  Wasser  aus  einem  Brunnen  in  die  Höhe
zieht:  denn  er  läßt  sich  leicht  ziehen,  so  lange  er  noch  im
Wasser  ist,  so  bald  er  aber  über  das  Wasser  herauf  kommt,
wird  er  auf  einmal  viel  schwerer.  So  kann  man  einen
Menschen,  da  bei  ihm  der  Ueberschuß  der  eigenthümlichen
Schwere  über  das  eigenthümliche  Gewicht  des  Wassers  sehr
gering  ist,  mit  einer  sehr  kleinen  Kraft,  über  das  Wasser
heraus  ziehen,  wenn  man  ihn  z.  B.  bei  den  Haaren  ergreift.
Leichtere  Körper  werden,  wenn  man  sie  mit  Gewalt  unter ¬
  das  Wasser  taucht,  in  die  Höhe  gehoben  und  genöthigt
auf  demselben  zu  schwimmen:  aber  indem  sie  schwimmen,
bleiben  sie  dennoch  zum  Theil  unter  dem  Wasser.  Denn  sobald ¬
  sie  so  hoch  gestiegen  sind,  daß  das  Wasser,  welches  ihr
unterer  Theil  aus  seiner  Stelle  vertreibt,  so  viel  wiegt  als
sie  selbst;  so  können  sie  nicht  weiter  gehoben  werden,  sondern
bleiben  in  Ruhe.  Man  tauche  einen  Körper  von  einem
Kubikfuß  im  Umfange,  und  von  35  Pariser  Pfund  am  Gewicht ¬
  in  stehendem  Wasser  ganz  unter,  so  wird  er  mit  einer
Kraft  von  70  Pfund  gehoben:  da  ihn  aber  zugleich  sein  eigenes ¬
  Gewicht  mit  der  Hälfte  dieser  Kraft  niederdrückt;  so
steigt  er,  wenn  man  ihn  losläßt,  mit  35  Pfund  Kraft  auf.
Sobald  er  aber  über  die  Oberfläche  des  Wassers  hervorragt,
wird  diese  Kraft  immer  kleiner.  Ist  er  endlich  halb  außer
dem  Wasser,  so  daß  er  nur  einen  halben  Kubikfuß  Raum
in  demselben  einnimmt,  so  ist  seine  hebende  Kraft  nur  35
Pfund  groß.  Da  nun  der  Körper  auch  so  viel  wiegt,  so
kann  er  nicht  weiter  steigen.
Leichte  Körper,  indem  sie  schwimmen,  tauchen  in  den
Flüssigkeiten  desto  tiefer  ein,  je  eigenthümlich  leichter  diese
sind:  denn  um  desto  größer  wird  der  Raum,  welchen  die
flüssige  Materie  einnimmt,  die  eben  soviel  wiegt  als  sie.
Hieraus  folgt,  daß  sich  jener  Körper  von  einem  Kubikfuß
            
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