Full text : Otto, Johann Friedrich Wilhelm: System einer allgemeinen Hydrographie des Erdbodens

Wellen  des  Meeres
489
Klippen  und  Inseln,  die  sie  brechen,  gehemmet  würde.  Von
dieser  beschleunigten  Geschwindigkeit  der  Wellen  sieht  man
an  den  Küsten  von  Peru  und  Chili  auffallende  Wirkungen,
ob  sie  gleich  nur  das  bloße  Anschlagen  der  Gewässer  des
Südmeeres  erfahren.  Ihnen  kann  man  sich  durchaus  zum
Landen  nicht  nähern,  wenn  es  nicht  in  einer  Bucht,  oder
hinter  einer  nahe  an  der  Küste  liegenden  Insel  geschieht
Es  scheint  indeß,  daß  es,  außer  dem  Winde,  annoch
Ursachen  gebe,  Wellen  zu  erregen.  Der  Hr.  Gr.  von
Stollberg  *)  sah  am  Meergestade  um  Genua  die  See,
bei  windstiller  Luft,  in  der  grösten  Bewegung.  Schwellende
Wogen  kamen  heran,  und  schlugen  mit  donnerndem  Getöse
an  die  Ufer,  und  sprützten  hoch  auf.  Eine  gewöhnliche  Erscheinung =
  beim  Sciroccowinde,  die  der  Hr.  Gr.  nachher
noch  ofte  in  Sicilien  beobachtete.  Kalms)  spricht  ausdrücklich ¬
  von  zweierlei  Arten  Wellen.  „Als  der  Wind  ansing, ¬
  aus  Nordosten  zu  wehen,  sind  seine  Worte,  sahen  wir
ein  angenehmes  Schauspiel.  Es  zogen  auf  dem  Meere
zweierlei  Wellen  daher,  die  ersten  wälzten  das  Wasser  aus
sich  hervor,  die  anderen  wurden  durch  die  Winde  hervorgebracht. ¬
  Diese  kreutzten  mitten  durch  jene  längs  des  Rückens,
welchen  sie  machten.  Die  Windwellen  waren  noch  ganz
klein,  indem  sie  die  anderen  noch  nicht  hatten  brechen  und
zwingen  können,  sich  mit  ihnen  zu  vereinigen."  Wallis
bemerkte  eine  Menge  kleiner  Wellen,  welche  seiner  Vermuthung ¬
  nach,  durch  eine  Reihe  Klippen  unter  dem  Wasser  des
strömenden  Meeres  erzeuget  wurden.  So  fand  Kalm  )
1)  St.  Pierre  a.  d.  1  B.  G.  176.
2)  Reise  rc.  1  B.  S.  505.
3)  Reise.  II  Th.  S:  151.
4)  Hawkesworth.  1  Th.  S.  281.
5  Reise.  1  Th.  S.  164.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer