Th. II. B. I. Abth. II. Dingl. Vorrechte d. Adels. §. 390°. 390b.
gend anerkennen, indem sie nur den Bauernstand von der Erwerbung ¬
der Rittergüter und von der Aufnahme in die gesammte Hand
ausschließen*).
a) Gegen den im Sächs. Lehnr. c. 2. ausgesprochenen Rechtssatz des Mittelalters: ¬
„Pfaffen, wib, dorfere, kouflute und alle die rechtes darben oder
unrecht gebohren sin und alle die nicht en sin von ritters art von vater
und von eldervater, die suln lenrecht darben." Die Privilegien sind von
K. Ludwig IV. d. d. Papiae XXIV. Iun. 1329. für die Meißnischen, und von
K. Carl IV. d. d. Budiss. VIII. Id. Febr. 1350. für diese und die Thüringischen ¬
Bürger (beide bei Biener am unten anzuführenden Orte p. 41—-43.
abgedruckt). Späterhin suchte auf mehrern Landtägen, wiewohl vergebens,
die Ritterschaft die Ausschließung des Bürgerstandes von der Erwerbung der
Rittergüter zu bewirken; z. B. auf den Landesversammlungen v. 1555. 1595.
1622. und 1681. Man vgl. Gfr. Lud. Mencken Diss. de iure civium Misniae ¬
et Thuringiae adquirendi feuda equestria. Viteb. 1724. 4., Io.
Gfr. Bauer Pr. de plebeiis, qua ratione feuda equestria comparare
possint? Lips. 1748. 4. und in Dessen Opuscc. T. II. num. 62. p. 365369., -
Biener Diss. de civibus praesertim Sax. feudorum equestrium capacibus. ¬
Lips. 1784. 4. in Opusc. tom. I. n. VI., Carl Sal. Zachariä ueber
das ausschließende Sitz= und Stimmrecht des alten Chursächs. Adels auf Landtägen; ¬
in Weiße Museum für die Sächsische Geschichte, Litteratur und
Staatskunde B. II. St. I. S. 35—38. und S. 43. f., und Hausmann
Darstellung einiger Verhältnisse des Bürgerstandes in den Meisnischen und
Thüringischen Provinzen des Churhauses Sachsen §. 3-5. S. 19—38.
b) Rescr. v. 6. Apr. 1743. (C. C. A. I. 1014.) und v. 26. Sept. desselben I.
(ib. 1015.), Lehnsmand. v. 30. Apr. 1764. Tit. VI. §. 3. (ib. 1032.)
Mand. die Beschränkung der, im Lehnsmandate v. 30. April 1764. Tit. VI.
§. 3. und einigen frühern Gesetzen, in Beziehung auf die Veräußerung der Rittergüter ¬
enthaltenen Vorschriften, ingleichen die Festsetzung einer Frist zu Anbringung ¬
der Confirmationsgesuche wegen veräußerter Immobilien betr. v. 2.
Nov. 1825. (GS. St. 18. Num. 26. S. 137.)
d) Aufgehoben durch Ges. v. 22. Febr. 1834. (GS. n. 16.) §. 5.
§. 390 b.
Auch war nach dem früher gültigen Rechte jede vor Ertheilung
höchster Genehmigung vorgenommene Vollziehung eines Kauf-, Tauschoder ¬
Theilungsvertrags über ein Rittergut und überhaupt über jedes
bei der Landesregierung zu Lehn gehende Grundstück untersagt*)
Diese Verfügungen sind aber, insoweit sie sich auf bloße Allodialgüter ¬
beziehen, in einem neuern Gesetze*) aufgehoben, und es ist jetzt
eben so wenig mehr den Verkäufern solcher Allodialgüter verwehrt,