Volltext : Otto, Johann Friedrich Wilhelm: System einer allgemeinen Hydrographie des Erdbodens

Fünfte  Abth.  Dritter  Abschnitt.
466
zeigen  sich  dem  Beobachter  in  einer  gewissen  Stellung  gegen ¬
  die  Sonne.  Sie  werden  in  einer  andern  Gestalt  sichtbar, ¬
  wenn  das  Schiff  fortgeht,  und  ändern  Lage,  Figur
und  Größe,  je  nachdem  die  Wolken  sich  verändern.  Marsili ¬
  1)  sah  im  Dezember  1706  eine  Stunde  vor  Sonnenuntergang ¬
  eine  blutrothe  Wolke,  welche  sich  von  Mitternacht
gegen  Mittag  erstreckte,  und  die  Fläche  des  Meeres  schien
mit  dem  nemlichen  Roth  gefärbt;  ein  Umstand,  welchen  das
abergläubische  Schiffsvolk  für  eine  übele  Vorbedeutung
hielt.  Ueberhaupt  tragen  die  Wolken,  oder  die  ganze  Farbe
des  Himmels,  dazu  bei,  das  Auge  zu  täuschen.  Eine  vorüberziehende ¬
  Wolke  giebt  oft  einem  Striche  im  Meere  eine
ganz  abstechende  Farbe,  und  läßt  den  Seemann,  wenn  er
nicht  genau  darauf  Acht  giebt,  Sandbänke  und  Untiefen  befürchten. ¬
  Es  gehört  ein  geübtes  Auge  dazu,  in  solchen  Fällen ¬
  den  Schein  von  der  Wahrheit  zu  unterscheiden  2).  Im
Sturme  färbt  der  Schaum  das  Wasser  weiß.  Bei  einem
dergleichen,  welchen  Marsili  3)  im  November  1706  erduldete, ¬
  bildeten  sich,  in  den  in  die  Höhe  geschleuderten  Tropfen
von  den  Strahlen  der  Sonne,  von  Zeit  zu  Zeit  kleine  Regenbogen. ¬
  Als  Des  Pages*)  auf  der  Höhe  von  Spitzbergen ¬
  war,  fand  er  das  Meer  in  verschiedenen  Gegenden
von  Distanz  zu  Distanz  schwarz,  an  Stellen,  wo  man  keinen ¬
  Grund  entdeckte.  Man  versicherte  ihn,  daß  man  diese
Farbe  nur  in  den  Monaten  April  und  Mai  wahrnehme,
und  daß  diese  Stellen  im  Jul  und  August  auf  eben  die  Art
weiß  erschienen.  Th.  Smith  sah  1768  auf  seiner  Reise
nach  Constantinopel  das  Wasser  in  einer  Gegend  himmel2) ¬
  1.  c.  p.  20.
2  Forsterrs  Bem.  S.  47.
*)  1.  c.  p.  21.
4  Reisen.  S.  71.
            
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.

powered by Goobi viewer