Fünfte Abth. Dritter Abschnitt.
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Ob wir gleich die fremden Stoffe, welche dem Meerwasser
beigemischt sind, nicht genau kennen, die erdigen und salzigen ¬
ausgenommen, welche man durch die chemische Zerlegung ¬
erhält; so ist doch ausgemacht, daß sie in der Regel
eine etwas stärkere Kraft besitzen, das Licht zurück zu werfen, ¬
als diejenigen, welche in der Atmosphäre herum schwimmen, ¬
wenn sie am reinsten ist: denn die an den Theilchen
der dünnsten Luft zurückgeworfenen Strahlen zeigen jedesmal ¬
eine blaue Farbe, dagegen die Theilchen des Meerwassers ¬
an den mehresten Orten auf einen großen Theil der weniger =
brechbaren Strahlen wirken, woraus die grüne Farbe
entsteht.
Das Meerwasser in großen Massen wird von dem Zurückstrahlen =
der unzählichen, ihm beigemischten Theile undurchsichtig. ¬
Diese Undurchsichtigkeit ist so stark, daß das
Auge sie nicht zu durchdringen vermag: selbst dann nicht, wenn
das Hinderniß, welches von dem durch die ungefärbten Theile
auf der Oberfläche zurück geworfenen Lichte entsteht, dadurch
hinweggeräumt wird, daß man das Wasser tiefer unten,
durch eine hinein gesenkte, inwendig verdunkelte, und vorn
mit einer Glasplatte versehene Röhre, betrachtet.
Das Meerwasser ist jedoch an manchen Stellen sichtbar ¬
von großer Klarheit und Reinigkeit, und der Boden
des Meeres hier, in einer Tiefe von mehreren Faden, so deutlich ¬
zu unterscheiden, als ob das Wasser nur einige Ellen
hoch stünde. An Orten, wo das Wasser nicht durch Meerthiere ¬
und Landströme getrübt wird, erscheint die Klarheit
oft sehr auffallend. So ist es um die Westindischen Inseln ¬
demnach das Auge auf seine Hand warf, so muste diese röthlich erscheinen, ¬
obschon auf dem untern Theile diese Scheinfarbe wegen der stärkern ¬
Zurückstrahlung des grünen Lichts nicht merklich war, und wir
haben schon gesagt, daß eine grüne und rothe Scheinfarbe nichts als
einen Schatten gebe." S. seine Abhandl von den zufälligen Farben.