Full text : Otto, Johann Friedrich Wilhelm: System einer allgemeinen Hydrographie des Erdbodens

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Fünfte  Abth.  Dritter  Abschnitt.
Forster  erblickte  eine  Eisinsel,  wenigstens  von  einer
halben  Meile  in  der  Länge.  Die  Wellen  brachen  sich  an
ihr,  als  an  einem  unbeweglich  stehenden  Felsen,  und  schlugen, =
  ungeachtet  sie  niedriger  waren,  als  jene  Eismassen,
dennoch  so  hoch  hinan,  daß  der  Schaum  oft  weit  hinaus
sprützte.  Wahrscheinlich  gefriert  das  Wasser,  welches  so  auf
das  Eis  gejagt  wird,  daselbst  an,  woraus  sich  auch  mit  die
außerordentliche  Anhäufung  der  Eismassen  erklären  läßt.
Im  Sommer  zergeht  das  Eis  allmählig,  da  die  Temperatur ¬
  des  Wassers,  worin  es  schwimmt,  in  dieser  Jahreszeit ¬
  um  etliche  Grade  höher  wird,  als  der  Gefrierpunkt.
Schon  im  füßen  Wasser,  dessen  specisisches  Gewicht,  zu  dem
der  Luft  sich  wie  1,000  zu  000,1  oder  0,0025  verhält,  wenn
beide  gleich  warm  sind,  schmelzt  das  Eis  weir  leichter,  als
in  der  Luft,  wegen  der  Wassertheilchen,  die  sie  berühren:
mithin  muß  das  noch  schwerere  Meerwasser  noch  mehr  darauf ¬
  wirken.
Wenn  der  Schnee,  welcher  die  Eismassen  vereinigt,
durch  die  Nässe  und  Wärme  aufgelöset  wird,  und  die  Verbindung ¬
  aufhört,  so  gehen  die  Eismassen,  welche  vorher  zusammen ¬
  hingen,  aus  einander.  Die  Erhöhungen,  welche
durch  ihr  Gewicht  gehalten  werden,  stürzen  ein.  Die
Hauptmasse,  welche  oftmals  auf  eine  ungleiche  Art,  von
ihrer  Last  befreiet  wird,  hebt  sich  an  einer  Seite  in  die  Höhe,
und  taucht  an  der  andern  unter.
Wenn  die  gelinde  Witterung  anfängt  ihren  Einfluß
auf  die  Eisflächen  zu  äußern,  so  pflegen  diese  auch  wohl  zu
bersten,  und  fallen  dann  plötzlich  aus  einander.  Ein  solches
Zerfallen  einer  großen  Eisbank  geschieht  allemal  mit  einem
starken,  dem  Donner  ähnlichen  Getöse.  Forster*)  war
öfters  Augenzeuge  von  der  Wirkung  des  Meerwassers  auf
das  Eis.  Ungeheure  Massen,  welche  unter  dem  Wasser  all5) =
  Geschichte  rc.  S.  365.
            
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