Fünfte Abth. Dritter Abschnitt.
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Büffon läugnet das Gefrieren des Meerwassers, und läßt
das Eis darin bloß aus den Küstenwassern, oder dem, welches
die Ströme und Flüsse dem Oceané zuführen, entstehen, und
hiermit stimmt auch Lomonossow überein. Jener besonders ¬
hält das Gefrieren des Wassers im freien Meere, und
fern von den Küsten für unmöglich und beispiellos. In
diesem Wahne geht er so weit, daß er behauptet, das Meer
zwischen Nova Zemlja und Spitzbergen unter dem 79 Grade
N. Br. könne seiner großen Ausdehnung wegen nie gefrieren, ¬
und unter den Polen selbst müsse ein reines und freies
Meer seyn.
Gesetzt nun auch, daß die Eismassen der nördlichen Polargegenden ¬
sich aus der angeführten Ursache erklären ließen:
wie ist aber solches in den südlichen Polargegenden möglich,
da hier kein Land ist, dessen Flüsse dem Oceane das Eis in
so ungeheurer Menge zuführen könnten? Wenn auch künftige ¬
Entdeckungen uns eins dergleichen kennen lehren sollten ¬
— woran man jedoch zu zweifeln alle Ursache hat
wie verschieden würde seine Lage und Beschaffenheit von
derjenigen seyn, welches die nördlichen Gewässer begrenzt?
Eine kleine Betrachtung und Vergleichung beider wird hierüber ¬
keinen Zweifel übrig lassen.
Die Flüsse des nördlichen Asiens, als der Ob, Jenisei
u. a. m., welche ihr Wasser dem Eismeere zuführen, entspringen ¬
im 48 und 50 Grade N. Br., also unter einem
Himmelsstriche, wo allerlei Erdfrüchte gezogen werden können. ¬
Mit ihnen vereinigen sich andere Flüsse, welche ebenfalls ¬
milderen Gegenden entfließen. Ihr Lauf bleibt ziemlich ¬
genau in der Richtung von Süden nach Norden, so wie
die Küsten selbst, die Buchten abgerechnet, sich von Westen
nach Osten erstrecken. Die kleineren Bäche, welche hoch im
Norden entstehen, haben eigentlich keine Quellen, sondern
sie leiten bloß den im Frühlinge geschmolzenen Schnee, und
den Sommer hindurch etwas Regenwasser ab. Im Herbste