Metadaten : Zweyter Band (2)

ACHTES  BUCH.  II.  KAPITEL
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auf  dem  Berge  Atlas,  der  Dyris.  Nachdem  dieser  gen  Mitternacht -
  entsprungen,  läuft  er  westwärts  bis  in  den  See  Eptabolus.
Hier  verändert  er  seinen  Namen  und  heifst  Nigir.  Wenn  er  aus
dem  See  Eptabolus  wieder  heraustritt,  verbirgt  er  sich  unter  öden
Gebirgen;  läuft  dann  südwärts  und  fallt  in  den  See  Colon,  von
welchem  Meroe,  h)  ein  Königreich  in  Süd-Athiopien  umzingelt  ist.
Endlich,  nachdem  er  diesen  Sumpf  wieder  verlassen  hat,  windet  er
sich  —  se  circumagens  per  etc.—  zwischen  den  Flüssen  Astasoba  und
Astabora  und  noch  anderen  mehr  hindurch  und  gelangt  durch
Gebirge  zum  Wasserfalle,  wo  er  sich  herunterstürzt,  nordwärts  fortströmt -
  bis  er  zwischen  Elephantis  und  Syene  und  den  Thebaischen -
  Gefilden  )  Ägypten  erreicht  und  Nil  genannt  wird.
Dass  die  Quellen  des  Nils  *)  wirklich  in  Mauritanien  entspringen,
h)  Diodor  von  Sicilien  B.I.  K,33.  und  Plinius  B.V.  K.10.  geben  Meroe
als  eine  vom  Nil  selbst  gebildete  Insel  an.  In  der  That  ist  sie  nur  eine  Halbinsel;
siehe  die  bey  Bruce's  Reisen  in  das  Innere  von  Afrika,  nach  Abyssinien
an  die  Quellen  des  Nils  befindliche  Landkarte  vom  Laufe  des  Nils.
i)  Elephantis,  Syene  und  die  Thebaischen  Gefilde  lagen  in  Ober-Agypten. -
  Elephantis,  oder  auch  Elephantine,  eine  Insel  im  Nil,  worauf  vor  Zeiten -
  eine  Stadt  gleiches  Namens  gestanden  hat,  heifst  heut  zu  Tage  Ell-Sag.  Syene,
eine  Stadt  am  östlichen  Nilufer,  führt  itzt  den  Namen  Essuaen.  Unter  den  Thebaischen -
  Gefilden,  oder  der  Thebais,  verstanden  die  Alten  das  mit  Athiopien
grenzende  Ober-Agypten;  von  der  Stadt  Theben,  oder  Diospolis  —  bekannt
durch  die  hundert  Thore,  —  beym  heutigen  Luxor  und  Carnac,  also  genannt.
Die  merkwürdigen  Alterthümer,  die  von  Pococke  und  Norden  an  diesen  Orten
noch  angetroffen  worden  sind,  und  welche,  aufser  denen  auf  der  Insel  Philä  (Ell-Heiff) -
  und  noch  anderen  wenigen  nebst  den  Pyramiden,  Obelisken  und  dem  Möris-See -
  fast  die  einzigen  bekannten  sind,  aus  denen  wir  uns  einigermalsen  einen  anschauenden -
  Begriff  von  der  Baukunst  der  alten  Agypter  bilden  können  —  verdienen  in
Pococké's  Description  of  the  East,  und  in  Norden's  Travels  in  Egypt  and  Nubia,
betrachtet  zu  werden.
k)  Für  uns  Neuere  verbirgt  der  Nil  sein  Haupt  nicht  mehr.  Der  erste  Europäer,
welcher  als  Augenzeuge  uns  die  Nilquellen  beschrieben  hat,  ist  aller  Wahrscheinlich-V. -
  II.  B.
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