Fünfte Abth. Dritter Ahschnitt.
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Meer schon in einer Tiefe von 150 Fuß aufhöre, erwärmt
zu werden.
Da die Luftwärme durch das Zurückprallen der Sonnenstrahlen ¬
erzeugt wird, so muß, weil das Meerwasser diese
gröstentheils in sich aufnimmt und verschluckt, die Wärme
hier auch ungleich geringer seyn, und in dem Verhältnisse
abnehmen. Die Wärme des Landes kann also mit der
Wärme des Meeres nicht ins Gleichgewicht kommen.
Auf der andern Seite scheint aber auch die Kälte nicht
sehr tief in das Wasser des Oceans eindringen zu können.
Wenn seine Oberfläche durch die äußere Luft erkaltet, so
theilt sie der nächsten Wasserschicht ihre Kälte mit, welche
wieder einer dritten, und diese einer vierten u. s. w. ihre
Wärme entzieht. Die Vertheilung der Kälte verringert sich
auf eben die Weise, wie ein kalter Körper einem minder
kalten seine Kälte mittheilt, da denn beide endlich eine gleiche
Temperatur erhalten, welche zwischen der Temperatur beider
in der Mitte steht.
So stellen sich einige Naturforscher die Sache vor; wir
werden aber sehen, daß dasjenige, was sie der Mittheilung
zuschreiben, eigentlich die Wirkung der innern Bewegung im
Wasser ist, welche beim Wechsel der Temperatur und aus
der Veränderung des specifischen Gewichts der einzelnen
Wassertheile entsteht, indem die durch die Kälte verdichteten,
und die von der Wärme ausgedehnten ihre Stellen verändern, ¬
und wechselsweise sinken und steigen. Dieser Unterschied ¬
in der Dichtigkeit des wärmern und kältern Wassers
ist nun zureichend, einer Masse desselben, sie sey so tief sie
wolle, zur Winterszeit eine gleiche Temperatur mitzutheilen.
Weun eine Masse sehr kalter Luft auf der stillen Oberfläche ¬
eines Gewässers ruht, so müssen die obersten Wassertheilchen, ¬
indem sie ihre Wärme der kalten, sie berührenden
Luft abtreten, und also dichter und eigenthümlich schwerer
werden, als die wärmeren Theilchen, worüber sie stehen,