Viertes Buch.
272
einer allgemeinen Kappe darstellen, welches eine von der angränzenden ¬
Keimhaut gebildete Wölbung ist. (Kopf= und Schwanzkappe
sieht man Fig. VI. hf, hu im Längendurchschnitte, die Seitenkappen ¬
aber Fig. 6' und 6" df. im Querdurchschnitte.) d) Wir
bemerkten schon, daß der innere Rand der abgetrennten unteren Lage
der Bauchplatten sich bald senkrecht stellt, und sich verdickt. Der
verdickte Theil sondert sich durch zwei immer deutlicher werdende
Winkel von den benachbarten Theilen ab: durch einen oberen (Fig.
6. h) von der unteren Fläche der Wirbelsäule, und durch einen
unteren (ebend. i) oder die Wulst nach Wolff von dem nicht
verdickten, aber desto mehr gewölbten Theile des Gefäßblattes. Der
verdickte Streifen zwischen beiden Winkeln ist nichts anderes, als
eine Gekrösplatte. Ziemlich rasch nämlich spitzen sich die unteren ¬
Winkel beider Seiten zu, und rücken zugleich gegen einander,
bis sie sich erreichen, und eine Verbindung unter einander eingehen,
welche Wolff die Nath nennt. Bevor dieses geschieht, bilden beide
Gekrösplatten mit der unteren Fläche der Wirbelsäule, die noch von
dem nicht abgetrennten Theile des Gefäßblattes bekleidet bleibt, einen
Halbcanal, die Lücke des Gekröses (die Darmrinne nach Wolff).
Irrig glaubte Wolff, diese Lücke sey vor der Bildung der Nath
völlig offen, weil er das Schleimblatt nicht berücksichtigte. Dieses
Blatt liegt nämlich nur so lange an der Wirbelsäule an, als die
Gekrösplatten noch nicht senkrecht stehen; wie sie diese Stellung
annehmen, wird die zarte Bindemasse zwischen dem Schleimblatte
und den übrigen Lagen in der Mitte des Embryo immer lockerer,
und das Schleimblatt steht daher ab. Wenn nun die unteren
Winkel der Gekrösplatten sich einander nähern, so schieben sie sich
über dem Schleimblatte weg, und lösen es immer mehr von der
Wirbelsäule ab, so daß es nachher in der Nath keinesweges zum
Theil enthalten, sondern von derselben nur hervorgetrieben ist. Es
folgt daraus, daß, so lange die Gekrösplatten noch nicht senkrecht
stehen, der Halbcanal zwischen ihnen nach unten allerdings völlig
offen und nach oben von der Schleimhaut ausgekleidet ist; daß
aber, wenn ihre unteren Ränder oder Winkel sich einander nähern,
der Halbcanal nach unten nicht offen, sondern von dem hervorgetriebenen, ¬
sehr dünnen Schleimblatte überdeckt ist. Hieraus sieht