Full text : Otto, Johann Friedrich Wilhelm: System einer allgemeinen Hydrographie des Erdbodens

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Fünfte  Abth.
Dritter  Abschnitt.
In  den  Schriften  des  h.  Gregorius  findet  man  über
diesen  Gegenstand  eine  Erfahrung  aufgezeichnet.  Man  nimmt
ein  Gefäß,  füllt  solches  mit  Meerwasser  an,  und  setzt  es
auf  das  Feuer.  Wenn  nun  das  Wasser  während  der  Erhitzung ¬
  in  Dünste  aufgelöset  wird,  so  fängt  man  sie  in  wohl
gereinigten  Schwämmen  auf,  welche,  wenn  sie  genung  eingesogen =
  haben,  ausgedrückt  werden,  und  ein  trinkbares  Was
ser  geben.  Dieses  ganz  einfache  Verfahren  kann  in  Fällen
der  Noth  immer  von  einigem  Nutzen  seyn.
Auf  den  Fall  nun,  daß  durch  keins  der  angeführten
Wege  auf  dem  Schiffe  süßes  Wasser  zu  erhalten  wäre,
schlägt  man  noch  ein  Mittel  vor.  Man  hat  nemlich  die
Bemerkung  gemacht,  daß  Personen,  welche  in  ein  warmes
Bad  gehen,  daraus  einige  Unzen  schwerer  hervorkommen,
als  sie  vorher  waren.  Der  Körper  muß  folglich  so  viel  Wasser ¬
  eingesogen  haben.  Dies  zeigt  sich  noch  mehr,  wenn  sie
sich  zuvor  alles  Trinkens  enthalten,  und  durstig  in  das  Bad
gehen.  Sie  befinden  sich  danach  sehr  erfrischt,  und  man
glaubt  daher,  daß  beim  gänzlichen  Mangel  des  süßen  Wassers ¬
  auf  dem  Meere,  ein  warmes  Bad  von  Seewasser  die
Stelle  des  erstern  ersetzen  könne,  und  daß  auf  diese  Weise
die  Schweißlöcher  eine  hinlängliche  Menge  von  Feuchtigkeiten ¬
  einsaugen  würden,  ohne  daß  man  vom  Salze  Beschwerlichkeiten ¬
  empfände,  weil  die  Feinheit  der  Gefäße  nicht  gestatte, ¬
  daß  die  gröberen  Theile  eindringen  könnten.  Hierdurch ¬
  kann  den  Menschen  das  Leben  vielleicht  so  lange  gefristet ¬
  werden,  bis  Zeit  oder  Zufall  Hülfe  leisten.  Als
Columbus  lange  herum  geirrt  hatte,  und  am  Ende  alle
Lebensmittel  aufgezehret  waren,  suchten  sich  viele  Matrosen
das  Beschwerliche  des  Hungers  einigermaaßen  dadurch  erträglich ¬
  zu  machen,  daß  sie  ihre  Kleider  in  das  Meerwasser
eintauchten,  und  so  naß  sie  waren,  anzogen.  Im  Jahre
1755  erhielten  sich  unter  ähnlichen  Umständen  einige  Englische ¬
  Matrosen  durch  den  Gebrauch  dieses  Mittels  acht  Tage
            
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