Volltext : Otto, Johann Friedrich Wilhelm: System einer allgemeinen Hydrographie des Erdbodens

Fünfte  Abth.  Dritter  Abschnitt.
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schuß  nach  den  Gesetzen  der  Schwere  zu  Boden  sinken,  und
Salzschichten  bilden.
Wenn  das  Land  auf  diese  Weise  dem  Meere  immerfort
Salz  abgiebt,  welches  doch  nie  dahin  wieder  zurück  kommt,
da  die  Ausdünstung  nur  das  süße  Wasser  hinweg  nimmt;  so
würde  jenes  nach  und  nach  alles  Salz  verlieren  müssen.
Man  sieht  sich  in  taufend  Schwierigkeiten  verwickelt,
und  man  wird  schwerlich  eine  genugthuende  Antwort  erhalten, ¬
  so  lange  man  die  Salzigkeit  als  eine  Eigenschaft  ansieht, ¬
  welche  in  dem  Meerwasser  nach  und  nach  entstanden
ist.  Alle  jene  Hypothesen  setzen  zum  voraus,  daß  das  Meer
ursprünglich  süß  gewesen  sey.  Wo  blieben  aber  damals  die
zahllosen  Thier=  und  Pflanzengattungen,  denen  das  Meer
zum  Aufenthalte  angewiesen  ist,  und  welche  das  süße  Wasser ¬
  nicht  vertragen  können?  Und  würde  nicht  das  Meer  au
diesen  Wegen  immer  einen  stärkern  Grad  des  Salzgehalts,
endlich  bis  zur  Sättigung,  erhalten,  da  nur  das  süße  Wasser
in  Dünsten  duvon  geht?
Es  kann  also  wohl  keinem  Zweifel  unterworfen  seyn
daß  dem  Meere  die  Salzigkeit  nicht  erst  nach  Verlauf  vie
ler  Jahrhunderte,  sondern  gleich  im  Anfange  mitgetheilt
worden  sey  *).  Dies  war  nöthig,  um  seinen  Bewohnern
ein  ihnen  angemessenes  Element  zu  geben,  auch,  wo  nicht,
wie  man  insgemein  glaubt,  es  so  vor  der  Fäulniß  zu  bewahren, ¬
  doch  dadurch  das  Maaß  der  Ausdünstung  festzusetzen
damit  das  Land  in  der  Nähe  der  Meere  gegen  Wolkenbrüche ¬
  gesichert,  und  den  entfernteren  Gegenden  eine  zureichende
Menge  Wasser,  in  leichteren  Wolken,  zugeführt  werde.  Sein
Salzgehalt  muß  also  ursprünglich  seyn,  so  wie  auch  die  Mischung ¬
  der  übrigen  Bestandtheile,  welche  dem  Meerwasser
seinen  ihm  eigenthümlichen  Geschmack  geben.  Durch  die
*)  Barbieri  von  Binzenz  Gedanken  von  der  urspränglichen  Salzigkeit
des  Meeres  ,  im  3  Th.  des  allgem.  Magazins.
            
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