Fünfte Abth. Dritter Abschnitt.
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Dasselbe Eis, drei Wochen aufbewahrt, zeigte, bei einer
Temperatur von sechs bis eilf Graden unter dem Gefrierpunkte ¬
gar kein Salz mehr. Da, wie wir unten sehen werden, ¬
gefrorenes Meerwasser durchaus süße ist, so müssen die
wenigen Salztheilchen ihm äußerlich angehangen haben, oder
zufälliger Weise hinein gerathen seyn.
Nach angestellten Beobachtungen hält das Meerwasser
bei Island 1 bis 1 Salz gegen seine Schwere; an der
Küste von Norwegen bis 1, bei Wallon daselbst bis
; im Bothnischen Meerbusen 4 bis 1; an der Teutschen
Küste 1; bei Cumberland 1; bei Northumberland und
Durham ; an der Mündung der Themse ; im Brittischen ¬
Kanale ; um Holland ; um Frankreich ; um
Spanien 16.
Ein ungleicher Abstand vom Lande macht in dem Salzgehalte ¬
des Meerwassers einen beträchtlichen Unterschied.
In den Meerbusen, welche viele und große Flüsse aufnehmen, ¬
ist das Wasser an diesem Stoffe weit ärmer, als auf
dem hohen Meere. Dies gilt auch von den Gegenden an
den Küsten. Da z. B., wo die Rhone sich in das mittelländische ¬
Meer ergießt, ist es ungleich weniger salzig, als
weiter hinein. An dem Gestade um die Mündung des Platastroms ¬
und des Orenoque, so wie auch an der Küste von
Congo, beim Ausflusse des Jucar, enthält das Meer süßes
trinkbares Wasser. So ist nach Bergmann*) bei Gothenburg ¬
und Halmstadt in Schweden das Wasser weit ärmer ¬
an Salze, als bei Warburg, wo dergleichen Ergießungen ¬
nicht statt finden. Dagegen sind auch Fälle vorhanden,
wo der Salzgehalt des Meerwassers durch salzreiche Flüsse
noch verstärkt wird, wie z. B. an einigen Stellen des Meeres ¬
um Tunis und Algier.
Es wird als ausgemacht angenommen, daß das Meer9 ¬
Ph. Erdb. 1 B. S. 361.