Volltext : Otto, Johann Friedrich Wilhelm: System einer allgemeinen Hydrographie des Erdbodens

Fünfte  Abth.  Zweiter  Abschnitt.
356
Hierzu  kommt  noch,  daß  die  angeführten  Berge  wahrscheinlicher =
  Weise  vulkanischen  Ursprungs,  mithin  hohl,  also,  ihres ¬
  großen  Umfangs  ungeachtet,  verhältnißmäßig  nicht  schwer
sind.  Von  dem  Pieo  wenigstens  scheint  es  gewiß,  daß  er
durch  die  Gewalt  des  unterirdischen  Feuers  aufgethürmt  worden ¬
  ist.
Bis  jetzt  ist  noch  kein  zuverläßiges  Mittel  bekannt,
welches  uns  in  den  Stand  setzte,  die  Tiefe  des  Meeres  zu
erforschen.  Dies  ist  auch  wirklich  weit  schwieriger,  als  die
Höhe  der  Berge  zu  messen.  Man  hat  seit  hundert  und
mehr  Jahren  diesen  Gegenstand  einer  vorzüglichen  Aufmerksamkeit ¬
  werth  geachtet:  doch  waren  die  darauf  abzweckenden
Bemühungen  ohne  sonderlichen  Erfolg.
Das  erste  Mittel,  dessen  man  sich  bediente,  war  eine
mechanische  Messung,  die  auf  verschiedene  Weise  versucht
worden  ist.  Das  zweite  gründet  sich  auf  ein  Werkzeug,  welches ¬
  man  frei  auf  den  Grund  des  Meeres  fallen,  und  wieder ¬
  herauf  kommen  läßt,  vermittelst  dessen  man  die  Tiefe  zu
bestimmen  sucht.  Es  ist  das  bekannte  Bathometer  oder
der  Tiefenmesser.
Zur  Erforschung  der  Meerestiefe  auf  die  erste  Weise
bedient  man  sich  eines  Senkbleies  von  dreißig  bis  vierzig
Pfunden  an  Gewicht,  welches  an  einer  hinlänglich  starken
Schnur  ins  Wasser  hinab  gelassen  wird.  Dieses  Mittel  ist
bei  gewöhnlichen  Tiefen  anwendbar,  bei  großen  aber  ganz
unnütz,  und  unmöglich,  damit  den  Grund  zu  erreichen.
Das  Seilwerk  ist  zwar  für  sich  von  geringerer  Schwere,
als  ein  Theil  des  Wassers  von  gleichem  Raume,  es  kann
aber  die  Schnur  zuletzt  in  einer  solchen  Länge  ablaufen,  daß
sie  mit  dem  Bleie,  nach  dem  körperlichen  Inhalte  beider,  der
Schnur  und  des  Gewichts  weniger  wägt,  als  das  Wasser
unter  einem  gleich  großen  Raume.  In  diesem  Falle  sinkt
das  Wurfblei  nicht  weiter,  sondern  es  wird  mit  der  Schnur
vom  Wasser  getragen,  und  entfernt  sich  dann  nach  einer
            
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.

powered by Goobi viewer