Volltext : Otto, Johann Friedrich Wilhelm: System einer allgemeinen Hydrographie des Erdbodens

Grund  und  Boden  des  Meeres.
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sen,  jedoch  in  geringer  Anzahl  und  in  mäßigen  Strecken
ausgestreuet,  von  kleinen  Kieseln,  gefärbten  Sand  u.  s.  w.
Es  ist  jedoch  schwer,  in  gewissen  Gegenden  beide  Arten  von
einander  zu  unterscheiden  *).  Es  giebt  allerdings  der  Ursachen ¬
  mehrere,  welche  in  der  Beschaffenheit  des  Meeresbodens
Veränderungen  hervorbringen  können,  und  wirklich  hervorgebracht ¬
  haben,  und  daher  kommt  es  denn  auch,  daß  die
Schiffer  selten  einen  reinen  Felsengrund,  sondern  fast  immer
Sand,  Schlamm,  verfaulte  Gewächse,  Schaalengehäuse  u.
a.  Materialien  dieser  Art  antreffen.
Die  Gestalt  des  Meerbodens  ist  nicht  regelmäßig,  sondern ¬
  durch  Erhabenheiten  und  Vertiefungen  „unterbrochen.
Die  Unebenheiten  des  Meergrundes  sind  zum  Theil  sehr  ansehnlich, ¬
  und  die  Inseln  und  Klippen,  welche  über  der
Wasserfläche  hervorragen,  als  die  Gipfel  der  höchsten  Berge
darin  anzusehen.
In  der  Karte,  welche  Buache  von  demjenigen  Theile
des  Meeresbodens  geliefert  hat,  welcher  zwischen  Afrika  und
Amerika  liegt,  und  die  ganz  nach  den  Sondirungen  der
Seefahrer  entworfen  ist,  finden  wir  eben  dieselben  Flächen,
als  auf  dem  festen  Lande,  abwechselnd  mit  allen  Erhabenheiten ¬
  und  Vertiefungen.
Die  Tiefe  des  Meeres  bestimmt  diejenige  Linie,  welche
von  seiner  Oberfläche  an  einem  Orte  bis  zum  Grunde  desselben ¬
  senkrecht  gezogen  wird.  Aus  dem,  was  wir  gesagt
haben,  erhellet  nun,  daß  die  Tiefe  des  Wassers  im  Meere
unter  sich  selbst  höchst  ungleich  seyn  müsse.  Und  wirklich
findet  der  Seemann  solches  bestätigt,  und  das  Meer  manchmal ¬
  an  einer  Stelle  unermeßlich  tief,  eine  mäßige  Strecke
davon  aber  Sandhügel  und  Klippen,  kaum  zwanzig  bis  dreißig ¬
  Faden  unter  der  Wasserfläche  liegen.  Die  mehresten
*)  Marsili.  Diquemare  remarques  sur  le  fond  de  la  mer.
Rozier  Observat.  Tom.  VI.  p.  438.  Tom.  XVIII.  p.  596.
            
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