Volltext : Otto, Johann Friedrich Wilhelm: System einer allgemeinen Hydrographie des Erdbodens

Fünfte  Abth.  Erster  Abschnitt.
54e
gelsischen  und  Klippfischen,  welche  dort  fehlen,  bewohnt  werden. ¬
  Aber  dies  dient  auch  zu  einem  Zeugnisse,  daß  nicht
allein  die  Meerestemperatur  den  Wohnplatz  dieses  oder  jenes ¬
  Thieres  bestimmt,  sondern  auch  die  Nahrung  und  der
Boden,  auch  beides  zusammen.  Daher  hat  unstreitig  der
diesseitige  Theil  der  Ostsee  Austern,  welche  dem  entgegen  gesetzten ¬
  Schwedischen  fehlen.  So  wird  ein  Fisch,  der  sich
von  Insekten  nährt,  welche  das  Meergras,  den  Tang  bewohnen, ¬
  nur  dann  an  der  Oberfläche  sich  sehen  lassen,
wenn  dieses  Gras,  welches  nun  schon  den  Einfluß  der  Verschiedenheit =
  der  Atmosphäre  fählt,  das  Fortkommen  seiner
kleinen  Bewohner  begünstigt.  Der  Spritzsisch  muß  nur  in
Ostindien  einheimisch  seyn,  weil  sich  da  die  Insektenarten
finden,  welche  er  zu  seiner  Nahrung  aus  der  Luft,  durch
einen  Wasserstrahl,  herunter  schießt.
Wenn  wir  zwischen  der  Bevölkerung,  auf  dem  Lande
und  in  dem  Meere  eine  Vergleichung  anstellen,  so  erscheint
jenes  beinahe  als  eine  Wüste.  Es  muß  also  hier  die  Hauptursach ¬
  fehlen,  welche  die  Bevölkerung  der  Polargegenden
hindert,  und  in  der  heißen  Zone  befördert.  Augenscheinlich
ist  solches  dort  die  ungeheure  Kälte.  Zwischen  dem  77  und
79  Grade  N.  Br.,  wo  nach  Cranz  *)  in  zwei  Monaten
oft  gegen  zweitausend  Wallsische  gefangen  werden,  wie  gering ¬
  ist  da  die  Anzahl  der  Landbewohner?  Wo  ist  überhaupt
einer  der  fünf  Welttheile,  der  innerhalb  so  wenig  Quadratmeilen ¬
  so  viel  fleischfressende  Ungeheuer  hervorbrächte?  Die
großen  Landthiere,  der  Elephant,  das  Kameel,  das  Flußpferd, ¬
  das  Nashorn,  das  Pferd  sind  fruchtfressend.  Die
Riesenschlangen  und  Krokodile  leben  zwar  von  Thieren,  allein ¬
  von  jenen  giebt  es  nur  wenig  Individuen,  und  diese
bewohnen  eigentlich  große  Flüsse.
Auch  die  Natur  der  Seethiere,  in  der  Art,  sich  zu  er*) ¬
  Gesch.  von  Gröntand.  G.  144.
            
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.

powered by Goobi viewer