Volltext : Otto, Johann Friedrich Wilhelm: System einer allgemeinen Hydrographie des Erdbodens

Von  dem  Weltmeere  überhaupt,  seiner  Größe  rc.  357
sondern  entdeckte  auch  an  einigen  Sertularien  zwölf  verschiedene ¬
  wunderbar  gestaltete  Geschöpfe.  So  gab  das  Meerwasser ¬
  dem  Rose  *)  eben  so  viel  Infusionsthiere,  als  das
süße  Wasser.  Man  sieht  gewöhnlich  Austerschaalen  und  andere ¬
  aus  dem  Meere  hervorgeholte  Körper  mit  vielen  kleinen
Schaalthieren  und  Gewürmen  besetzt.  Zwischen  den  Stacheln ¬
  der  Seeigel  leben  wieder  andere  Thiere,  und  diese
bleiben  beständig  an  ihrem  Orte.  In  sechs  Unzen  Meerwassers ¬
  fand  Plancus  bei  Rimini  6700  Ammonshörner,
wovon  130  einen  Gran  wogen.
So  sind  auch  die  größeren  Bewohner  des  Oceans  in  allen ¬
  Theilen  desselben  in  ungeheurer  Menge  vorhanden.  Der
Wallfisch  und  andere,  welche  mehrentheils  von  viel  kleineren ¬
  Seethieren,  oft  von  Gewürmen  leben,  finden  sich  unter =
  allen  Himmelsstrichen  in  allen  Theilen  des  Oceans.  Ihr
Daseyn  in  den  Meeren  der  nördlichen  Polargegenden  ist  allgemein ¬
  bekannt.  Cook  und  Forster  trafen  davon  eine
Menge  in  Süden  an,  und  Narborough  2)  machte  schon
vormals  den  Schluß,  daß  die  Gewässer  um  das  südliche
Amerika  außerordentlich  sischreich  seyn  müsten,  weil  die  Zahl
der  hier  lebenden  Seelöwen,  Seekälber,  Penguinen,  die  sich
alle  von  Fischen  nähren,  überaus  groß  ist.  Auch  bezeugt
Vidaure  3),  daß  die  Küstenmeere  um  Chili  Wallfische
hegen.
Aber  nicht  bloß  die  kalte  und  gemäßigte  Zone  dient  ihnen ¬
  zum  Aufenthalt  wie  z.  B.  das  Japanische  Meer,  sondern =
  selbst  in  der  heißen  findet  man  sie  im  Ueberfluß.  Sie
bewohnen  die  Gewässer  des  grünen  Vorgebirges  und  um
Madagaskar:  ja  Pyrard  *)  traf  ihrer  um  Ceylon  so  viele
1)  Phil.  trans.  Vol.  LX.  1717.
2)  Allgem.  Gesch,  der  R.  Th.  XII.  S.  37.
*)  Geogr.  und  natürl.  Geschichte  von  Ehili.  Hamb.  1782.
4)  Voyag.  Par.  1670.  I.  p.  233.
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