Inhaltsverzeichnis : Otto, Johann Friedrich Wilhelm: System einer allgemeinen Hydrographie des Erdbodens

Fünfte  Abth.  Erster  Abschnitt.
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theil,  als  z.  B.  das  mittelländische,  andere  nicht,  als  die
Ostsee.
Hafen  überhaupt  heißt  ein  Ort  am  Meere,  wo  Schiffe ¬
  in  Sicherheit  liegen,  und  ihre  Ladungen  absetzen  und
neue  einnehmen  können:  insbesondere  nennt  man  so  eine
Bucht,  wo  die  Schiffe  bequem  vor  Anker  liegen,  ohne  von
Winden  beunruhigt  zu  werden.  Die  Erfordernisse  eines  guten ¬
  Hafens  bestehen  darin,  daß  die  Schiffe  ohne  Schwierigkeit ¬
  ein  und  auslaufen  können;  daß  er  eine  hinlängliche  Tiefe ¬
  und  festen  Ankergrund  habe,  vor  den  gefährlichsten  Winden, =
  besonders  Sturmwinden,  sicher  sey,  und  zum  Ein=  und
Auslaufen  der  Schiffe  bequem  liege.  Diese  Eigenschaften
sind  nun  gewissen  Häfen  entweder  alle,  oder  nur  zum  Theil,
von  der  Natur  gegeben  worden.  In  Europa  findet  man  keine ¬
  Seeküste,  welche  mehr  vortreffliche  Stellen,  Flotten  in
sich  zu  fassen,  aufzuweisen  hätte,  als  die  Engländische.  Sie
hat  überall  eine  so  günstige  Lage,  daß  man  fast  immer  sichere ¬
  Zufluchtsorte  und  so  gute  natürliche  Häfen  findet,  daß
weiter  nichts  nöthig  ist,  als  die  Anlegung  einiger  Batterien. ¬
  An  den  Küsten  der  neuen  Welt  findet  man  insbesondere ¬
  schöne  Häfen.  In  anderen  Gegenden  fehlen  sie  dagegen ¬
  ganz.  So  trifft  man  längs  des  Gestades  der  Halbinsel
Indien,  vom  Ganges  an  bis  zur  Insel  Selon  in  der  Länge
von  zweihundert  Meilen  keinen  Hafen  an,  woran  die  Gewalt ¬
  Schuld  ist,  welche  das  Meer  unabläßig  gegen  diese  östliche ¬
  Küste  ausübt.  Man  will  überhaupt  bemerkt  haben,
daß  wenn  man  die  verschiedenen  Häfen  an  allen  Meerufern
durchgeht,  die  Zahl  derselben  auf  den  Westküsten  die  gröste
sey,  vorzüglich  in  den  Indischen  Meeren  *).
Burnet  2)  giebt  die  Sammlung  des  Wassers,  welche
1)  Krünitz  ökonom.  Encyclopädie.  21  Band.  S.  1.  und  58.  Gentil  in
den  neuen  Samml.  von  Reisebeschreib.  Hamb.  2  Th.  1781.  S.  166.
2)  In  Telluris  theoria  sacra,  originem  et  mutationes  generales  orbis
nostri  complectens.  Amstel.  1794.  4.  Lib.  1.  Cap.  7.  8.
            
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