Fünfte Abth. Erster Abschnitt.
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und es fand sich, daß bei Ratam sich die Mittelhöhe der
Meeresfläche, in einer Zeit von sechs und dreißig Jahren,
stebenzehn Zolle, und während der letzten eilf Jahre fünf
und einen halben Zoll vermindert habe. Bei Rebb war
die Senkung, nach Verlauf von vier und dreißig Jahren, siebenzehn ¬
Zolle, bei Wargö, in dreißig Jahren, vierzehen und
einen halben Zoll, und bei Löfgrundet, in vier und funfzig
Jahren, neun und zwanzig Zolle 1).
Hiernächst beruft man sich auf einige alte Seecharten
der Venetianer, auf welchen der Ostsee ein weit größerer
Umfang gegeben wird, als sie genwärtig hat. Hierzu kommt
noch, daß Pässe zwischen den Schären, wo vor funfzig Jahren ¬
große Fahrzeuge durchgegangen, jetzt nur kleineren Booten ¬
den Eingang verstatten, und daß in dem Meerbusen
von Fielhaka, wo man bei Menschengedenken noch mit Kähnen ¬
herumfuhr, jetzt Gras gewonnen wird. Von einigen
Städten Lapplands weiß man, daß sie in vorigen Zeiten eine
bequeme Einfahrt für Schiffe gehabt haben, ob sie gleich
jetzt drei bis viertausend Schritte vom Meere entfernt liegen, ¬
und in Helsingör stehen Eisenhämmer und Oefen an
Orten, die vor achtzig Jahren vom Meere überschwemmt
gewesen sind 2).
Als einen Beweis, daß das Meer sich von den Küsten
Preussens entferne, führt man eine alte Tradition an, wonach ¬
dieses Land in den ältesten Zeiten vom Meere ganz bedeckt ¬
gewesen sey, und zeuge hievon noch der Bernskein, den
man auf zwanzig und mehrere Meilen davon findet. Hartknoch ¬
erzählt, es sey zu seiner Zeit eine allgemeine Sage
gewe1) ¬
Nordenancker a. a. O. S. 9. u. f.
2) Hannövrische nützliche Sammlungen vom J. 1756. Neues Hamburgisches ¬
Magazin. 5 B. 25. Stück. Delrich's histor. geogr. Nachrichten
von Pømmern. Berlin 1771. S. 70. und Zusätze S. 33.