Volltext : Agrikultur (3)

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Der  Wiesenbau.
sofern  man  nämlich  auch  auf  die  Güte  des  Heues  sieht,  nicht  nur  unnachtheilig,  sondern ¬
  wirklich  vortheilhaft,  indem  besonders  durch  jene  frühe  Kräuter  abgefressen  werden =
  und  zu  Nutzen  kommen,  die  dem  Heu  nur  eine  strohigte  Substanz  mittheilen,  ihren ¬
  Saamen  aber  auf  der  Wiese  verstreuen  würden.  Wenigstens  werden  diese  Kräuter =
  zu  hart,  unschmackhaft  und  ungedeihlich  für  das  Vieh,  welche  jung  ihnen  sehr
wohl  bekommen,  und  unterdrücken  durch  ihren  vollen  Auswuchs  nur  bessere  Pflanzen.
Die  Frühjahrsweide  muß  in  der  Regel  allein  für  die  Schaafe  bestimmt  seyn;
wobei  es  sich  versteht,  daß  von  gehörig  abgewässerten  und  trocken  gelegten  Wiesen
die  Rede  ist,  weil  morastige  und  sumpfige  Wiesen  und  deren  Gras  noch  beschlammt
ist,  den  Schaafen  jederzeit,  obwohl  im  Frühjahre  minder  wie  in  späterer  Jahreszeit,
schädlich  sind.  Auf  trocken  gelegten  Wiesen  aber  ist  die  Benutzung  dieser  frühen
Weide  für  die  Schaafmütter,  denen  sie  eine  so  reichliche  Milch  giebt,  von  großem
Belange  und  Werthe,  so  daß  nichts  eine  Schäferei  so  sehr  unterstützt,  wie  warme
und  frühe  Wiesenweide.  Sie  fressen  das  Gras  gleichmäßig  ab,  und  befördern  dadurch ¬
  seinen  Wurzelaustrieb,  halten  die  voreilig  horstig  aufschießenden  Pflanzen  zurück, =
  und  geben  durch  ihren  Dünger  der  Wiese  wahrscheinlich  mehr  wieder,  als  sie
ihr  an  Krast  entziehen.  Auch  will  man  bemerkt  haben,  daß  sie  manche  Insekten
vertreiben.  Ihr  leichter  Fuß  und  selbst  ihr  Kratzen  ist  der  Grasnarbe  mehr  vortheilhaft ¬
  als  schädlich.  Jndessen  versteht  es  sich,  daß  man  mit  dieser  Behütung  sich  eine
gehörige  Gränze  setze,  welche  die  durch  die  Temperatur  beschleunigte  oder  verspätete
Vegetation  bestimmt.  Bei  einem  warmen  Frühjahre  müssen  die  Schaafe  schon  mit
dem  20sten  April  von  der  Weide  genommen  werden,  in  der  Regel  zu  Anfang  Mays,
bei  kalter  Witterung  aber,  wo  das  Gras  noch  wenig  treibt,  kann  man  sie  auch  bis
zum  10ten  May  darauf  lassen.
Mit  dem  Rindvieh  aber  Wiesen  im  Frühjahre  zu  behüten,  würde  wenigstens
nicht  anders  rathsam  und  unschädlich  seyn,  als  wenn  die  Wiese  völlig  trocken  und  fest
wäre,  so  daß  überall  kein  Eindruck  von  den  Fußstapfen  entstände,  und  man  sich  die
unmittelbare  Verbreitung  der  Mistfladen  angelegen  seyn  ließe.
Dagegen  gebührt  dem  Rindvieh  die  Nachweide  nach  dem  zweiten  Schnitte,  indem ¬
  sie  den  Schaafen  um  diese  Jahreszeit,  wo  ihnen  durch  Verhütung  so  leicht  eine
Bleichsucht  zugezogen  werden  kann,  vielleicht  nachtheilig  werden  könnte,  und  man
jetzt  um  ihre  Weide  weniger  in  Verlegenheit  ist.  Dem  Rindvieh  aber  bekommt  der
neue
            
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