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Der Wiesenbau.
sofern man nämlich auch auf die Güte des Heues sieht, nicht nur unnachtheilig, sondern ¬
wirklich vortheilhaft, indem besonders durch jene frühe Kräuter abgefressen werden =
und zu Nutzen kommen, die dem Heu nur eine strohigte Substanz mittheilen, ihren ¬
Saamen aber auf der Wiese verstreuen würden. Wenigstens werden diese Kräuter =
zu hart, unschmackhaft und ungedeihlich für das Vieh, welche jung ihnen sehr
wohl bekommen, und unterdrücken durch ihren vollen Auswuchs nur bessere Pflanzen.
Die Frühjahrsweide muß in der Regel allein für die Schaafe bestimmt seyn;
wobei es sich versteht, daß von gehörig abgewässerten und trocken gelegten Wiesen
die Rede ist, weil morastige und sumpfige Wiesen und deren Gras noch beschlammt
ist, den Schaafen jederzeit, obwohl im Frühjahre minder wie in späterer Jahreszeit,
schädlich sind. Auf trocken gelegten Wiesen aber ist die Benutzung dieser frühen
Weide für die Schaafmütter, denen sie eine so reichliche Milch giebt, von großem
Belange und Werthe, so daß nichts eine Schäferei so sehr unterstützt, wie warme
und frühe Wiesenweide. Sie fressen das Gras gleichmäßig ab, und befördern dadurch ¬
seinen Wurzelaustrieb, halten die voreilig horstig aufschießenden Pflanzen zurück, =
und geben durch ihren Dünger der Wiese wahrscheinlich mehr wieder, als sie
ihr an Krast entziehen. Auch will man bemerkt haben, daß sie manche Insekten
vertreiben. Ihr leichter Fuß und selbst ihr Kratzen ist der Grasnarbe mehr vortheilhaft ¬
als schädlich. Jndessen versteht es sich, daß man mit dieser Behütung sich eine
gehörige Gränze setze, welche die durch die Temperatur beschleunigte oder verspätete
Vegetation bestimmt. Bei einem warmen Frühjahre müssen die Schaafe schon mit
dem 20sten April von der Weide genommen werden, in der Regel zu Anfang Mays,
bei kalter Witterung aber, wo das Gras noch wenig treibt, kann man sie auch bis
zum 10ten May darauf lassen.
Mit dem Rindvieh aber Wiesen im Frühjahre zu behüten, würde wenigstens
nicht anders rathsam und unschädlich seyn, als wenn die Wiese völlig trocken und fest
wäre, so daß überall kein Eindruck von den Fußstapfen entstände, und man sich die
unmittelbare Verbreitung der Mistfladen angelegen seyn ließe.
Dagegen gebührt dem Rindvieh die Nachweide nach dem zweiten Schnitte, indem ¬
sie den Schaafen um diese Jahreszeit, wo ihnen durch Verhütung so leicht eine
Bleichsucht zugezogen werden kann, vielleicht nachtheilig werden könnte, und man
jetzt um ihre Weide weniger in Verlegenheit ist. Dem Rindvieh aber bekommt der
neue