Volltext : Otto, Johann Friedrich Wilhelm: System einer allgemeinen Hydrographie des Erdbodens

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Beschaffenheit  des  Seewassers.
Auch  Afrika  enthält  eine  Menge  Seen  von  verschiede
ner  Größe,  die  ein  gesalzenes  Wasser  haben;  da  sie  von  einer ¬
  Ansammlung  des  Regenwassers  entstehen,  so  scheinen
sie  ihren  Salzgehalt  bloß  durch  das  Auslaugen  der  salzigen
Erde  her  zu  nehmen  1).
Siebenbürgen  hat  mehrere  Salzlaken.  Zu  Kischakna  in
der  Albenser  Gespannschaft,  sieht  man  bei  nassem  Wetter
eine  große  Wiese  mit  Salzwasser  bedeckt,  welches  nach  der
Austrocknung  in  dürrer  Zeit  eine  feste  Salzblüte  zurück  läßt,
die  zum  Gebrauch  eben  so  gut  als  das  Steinsalz  dient  2).
Auch  Teutschland  hat  eine  Merkwürdigkeit  dieser  Art
aufzuweisen.  Dieser  ist  der  eine  Meile  lange  und  eine  Viertelmeile ¬
  breite  Salzsee  in  der  Grafschaft  Mannsfeld.  Der
Salzgehalt  in  diesem  See  ist  mit  dem  der  Ostsee  gleich.  Er
steht  mit  einem  andern,  etwa  eine  halbe  Meile  davon  entfernten ¬
  See  in  Verbindung,  welcher  süßes  Wasser  hat.
Seen,  welche  Soda  oder  Natrum  enthalten,  findet
man  häufig  in  Ungarn,  besonders  im  Bihorer  Comitate.
Sie  sind  daselbst  unter  dem  Namen  Feyerto  bekannt,  worunter ¬
  man  in  der  Landessprache  einen  weißen  See  versteht:
denn  im  Sommer  erscheinen  sie,  theils  wegen  des  auf  der
Oberfläche  liegenden  verwitterten  Sodasalzes,  das  mit  Sande ¬
  vermischt  ist,  theils  wegen  der  Farbe  des  Sandes  ganz
weiß.  Sie  liegen  in  einer  kaum  merklichen  Vertiefung,  werden ¬
  aber  durch  die  ununterbrochen  fortdauernde  Einsammlung ¬
  des  Natrums  bald  mehr,  bald  weniger  ausgegraben,
so  daß  einige  bei  anhaltendem  Regen  in  der  Mitte  eine  Tiefe
von  anderthalb  bis  drei  Fuß  erlangen.  Diese  Seen  sind  an
ihren  Ufern  mit  Kalipflanzen  bewachsen,  und  werden,  wie
Hamb.  Magaziu.  1  u.2  Band.  Büsching's  Erdbeschr.  5  Ausg.  II  Eh.
1  Abth.  S.  392.
1)  Le  Valtant  a.  a.  O.
2)  v.  Fichtels  Gesch.  S.  56.  36.
            
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