Metadata : Drobisch, Moritz Wilhelm: Empirische Psychologie nach naturwissenschaftlicher Methode

lax-Planck-Institut  für

ors

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baren  Grössen  zu  thun  haben.  So  überall,  wo  sich  uns  eine
perspectivische  Ansicht  darbietet.  Bleiben  wir  bei  dem  gebrauchten -
  Beispiel  stehen,  so  bilden  die  Pflastersteine  nach  scheinharer -
  Grösse,  Helligkeit,  Deutlichkeit  abnehmende  Reihen;  eine
zweite  Reihe  bietet  die  abnehmende  scheinbare  Breite  der
Strasse  dar;  eine  dritte  die  zu  beiden  Seiten  stehenden  Häuser:
eine  vierte  die  scheinbare  Breite  des  das  Bild  nach  oben  schliessenden -
  Himmels.  So  kommen  die  vorher  angegebenen  Kenn
zeichen  der  Entfernungen  allesammt  auf  vielfache  Art  in  Anwendung -
  und  dienen  einander  gegenseitig  zur  Prüfung  und
Bestätigung.  So  haben  sich  nun  auch  ganze  Reihen  von  Associationen -
  zwischen  scheinbaren  Grössen  und  Vorstellungen  von
der  wahren  Grösse,  von  jenen  und  den  zugehörigen  wahren
Entfernungen,  von  diesen  und  ihren  Bildern  von  beiden,  und
den  Stufen  der  Helligkeit  und  Deutlichkeit  gebildet,  die  wir
erst  gewahr  werden,  wenn  wir  aus  dem  Kreis  unsrer  Gewohnheit -
  heraustreten.  Es  scheinen  z.  B.  gegen  die  Zeit  der  Ernte
hin  die  Kirchthürme  der  Dörfer  häufig  entfernter,  weil  ihre
untere  Hällte  von  dem  hohen  Getreide  theilweise  verdeckt,  und
ihre  scheinbare  Grösse  dadurch  vermindert  wird.  Ebenso  scheinen -
  uns  die  Fernen  bei  heller,  durchsichtiger  Luft,  kurz  bevor
Regenwetter  eintrift,  näher  als  gewöhnlich:  denn  die  Gegenstände -
  erscheinen  heller  und  deutlicher.  So  staunt  der  Bewohner -
  der  Ebene,  wenn  ihm,  auf  einem  hohen  Berge  stehend,  die
Entternung  der  Ortschaften  angegeben  wird:  denn  er  sieht  sie
zu  seinen  Füssen  liegen,  sieht  das  Bild  ihrer  Entfernung  unverhältnissmässig -
  klein,  glaubt,  wie  er  sagt,  sie  fast  greifen  oder
wenigstens  mit  einem  Steinwurf  erreichen  zu  können,  und  hält
sie  daher  für  näher  als  sie  sind.
Malebranche,  der  der  Beurtheilung  der  Entfernungen
eine  sorgfältige  Untersuchung  gewidmet  hat,  führt  “  äusser  den
angegebenen  Momentén  noch  zwei  an,  die  in  gewissen  Fällen
De  la  recherche  de  la  vérité,  liv.  I.  ch.  9.
            
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