Volltext : Otto, Johann Friedrich Wilhelm: System einer allgemeinen Hydrographie des Erdbodens

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Dritte  Abth.  Fünfter  Abschnitt.
sich  dagegen,  je  weiter  man  sich  von  ihm  entfernt.  Dieses
Rastern  soll  nun  fast  untrüglich  eine  Veränderung  der  Luft
zum  guten  oder  bösen  Werter  anzeigen.  Man  findet
diese  Erscheinung  da,  wo  sich  die  Flüsse  ins  Meer  ergießen,
und  das  Geräusch  wird,  nach  Beobachtungen,  die  man  an
der  Elbe  angestellt,  von  dem  Widerstand  veranlaßt,  welchen
der  erhöhete  Sand  in  dem  Flußbette  dem  strömenden  Wasser ¬
  entgegen  setzt.  Der  Ablauf  des  Wassers  über  dem  Sande ¬
  theilt  ihm  eine  geschwinde  wellenförmige  Bewegung  mit,
und  indem  es  so  über  dem  Sande  spült,  entsteht  jenes  Getöse. ¬
  Es  hat  eine  Aehnlichkeit  mit  dem  Rauschen  der  Bäche, ¬
  wenn  sie  über  Sand  und  Kiesel  hinweg  gehen.  Je  größer ¬
  die  Sandbänke  sind,  und  je  zahlreicher  sie  bei  einander,
liegen,  besto  stärker  ist  auch  das  Geräusch.  Man  vernimmt
dürfen  nur  den
solches  nicht  zu  allen  Zeiten;  die  Winde
Strom  beunruhigen  und  Wellen  erregen,
so  verliert  es  sich
unter  dem  Anschlagen  derselben  sogleich;  dies  ist  aber  schon,
ein  schwacher  Wind  auszurichten  vermögend  1).
Der  salzige  Grund  soll  verursachen,  daß  einige  Chinesische ¬
  Flüsse  in  warmen  Jahreszeiten  zufrieren.
Ein  Fluß  in  Frankreich  entzündet  sich,  und  brennt  auf
seiner  Oberfläche,  bei  Berührung  derselben  mit  einer  Fackel,
zur  Zeit,  wenn  man  darin  watet.  Beim  Aufrühren  des
Bodensatzes  entwickeln  sich  Blasen,  welche  auf  der  Obersläche
zerplatzen,  und  eine  brennbare  Luft  verbreiten.  Die  Flamme ¬
  ist  blau,  zündet  Werg,  Schwefelstöcke  u.  s.  w.  an,  und
wärmt  wie  die  Flamme  eines  brennenden  Papiers  2).
1)  Hannäverisches  Magazin.  1765.  S.  959.  1196.
2)  Mémoir,  de  l'Acad,  à  Paris,  1741  et  1764.
            
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