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Dritte Abth. Dritter Abschnitt.
belegt, und er setzt das Land, über dreißig Meilen umher,
unter Wasser, welches denn ebenfalls einen höchst fruchtbaren ¬
Schlamm zurück läßt 1).
Die vertodischen Ergießungen des Ganges ffangen im
Jun an, und hören gegen Ende des Augusts auf. Sie unterscheiden ¬
sich dadurch von anderen, daß sie nur eine kurze
Zeit dauern, und sich nach Zwischenzeiten wieder einfinden.
Das Wasser bleibt auf dem Lande zwei bis drei Tage stehen, ¬
verschwindet dann plötzlich, entweder weil es wegen
der Nähe des Meeres einen leichten Abstuß hat, oder weil
es die Erde begierig einsaugt. Nach acht Tagen werden
diese Ueberschwemmungen mit mehr oder weniger Stärke erneuert, ¬
bis sie gänzlich aufhören, und dem Lande einen
fruchtbaren Schlamm zurück lassen ). Auch der Euphrat,
Menan, Jenisei u. a. halten in ihren Ergießungen gewisse ¬
Zeiten, welche sich aus dem perjodischen Regen und
den Schneeschmelzungen auf den Gebirgen erklären lassen.
Die Ergießungen des Rio Dolce in Südamerika fangen ¬
im Januar an, und entstehen ebenfalls aus dem
Schnee, welcher auf den Gebirgen von Peru und Chili
durch die Sonnenwärme schmelzt.
Der Parana ergießt sich regelmäßig zweimal des Jahres ¬
über seine Ufer. Die Sommer=Ueberschwemmung fängt
meistens im December an, und setzt sich zu Ende des Hornungs; ¬
die andere dauert von der Hälfte des Jun bis in
die Hälfte des Jul's. Jene ist von den Schneeschmeizungen, ¬
diese vom Regen abhängig 2).
Die Ueberschwemmungen sind insgemein beträchtlicher an
den oberen Theilen der Strôme, als nahe am Ausflusse;
denn, wenn alle übrige Umstände gleich sind, so ist hier der
1) Voyages d' Ovington T. II. p. 290.
Beitr. zur Völkeri und Länderkunde. III Th. S. 59.
8) Dobrizhofer Gesch. der Abiponen. I. Th. S. 67. und 238.