Erste Abth. Das Wasser überhaupt.
nomens, eine besondere kaltmachende Materie anzunehmen.
So gewöhnlich es nun ist, sich das Wasser, seiner Natur
nach, flüssig zu denken, so richtig sagt doch der Physiker,
daß es nichts anders sey, als eine feste, Substanz, welche
ihrer Leichtflüssigkeit halber schon bei einem geringen Wärmegrade ¬
schmelzt. Die Rückkehr des Eises zum Wasser wird
das Aufthauen desselben genannt. Sie geschieht durch
Wiederaufnahme der freien Wärme, welche dadurch, daß sie
dem Wasser die Flüssigkeit ertheilt, gebunden wird. Wenn
die Wärme bis zu einem gewissen Grade steigt, so trit sie
in eine neue Verbindung mit dem so weit erwärmten Wasser; ¬
sie bewirkt eine zweite Formumänderung desselben, und
verwandelt es in elastische Dämpfe. Das Wasser fängt
an zu sieden, wobei es sich flüchtig zeigt. Hieraus ergiebt
sich, daß Eis, tropfbares Wasser und Wasserdampf im
Grunde nichts anders sind, als drei verschiedene Zustände
oder Formen eines und desselben Körpers.
Der zwei und dreißigste Grad des Fahrenheitschen oder
Nullgrad des Reaumurschen Thermometers, ist derjenige,
bei welchem das Wasser seiner Flüssigkeit beraubt und zu
Eis wird. Man nennt ihn den Eispunkt, Gefrierpunkt, ¬
und, weil die Temperatur des zergehenden Eises und
schmelzenden Schnees, mit der des gefrierenden Wassers
einerlei ist, auch den Aufthauungs=Punkt. Dieser Grad
ist ein fester, unveränderlicher Punkt und so bestimmt, daß
das Wasser sogar, wenn es kälter ist, in dem Augenblicke
seiner Gefrierung etwas von seiner Kälte abgeben muß. Man
hat daher auch denselben, bei der Eintheilung der Thermometer ¬
zu einem Fündamental=Punkt gemacht. Daß das
Wasser bis unter den Eispunkt erkalten könne, ohne zu gefrieren, ¬
lehrt die Erfahrung. So ist der Zustand einer vollkommenen ¬
Ruhe desselben und der Körper, welche es berühren, ¬
seiner Eisformation hinderlich, und es bleibt flüssig,
wenn es gleich beträchtlich kälter ist, als diese erfordert. In