Bewegung des Flußwassers.
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schwindigkeit in der Tiefe: da denn hier bisweilen der Zufluß ¬
abgeführt wird, ohne daß die Oberfläche des Stroms
steigt. Wird jener annoch verstärkt, so wird auch die Geschwindigkeit ¬
auf der Oberfläche größer; wenn nun demungeachtet ¬
der Kanal nicht alles Wasser fördern kann, so tritt
dieses über die Gestade, und überschwemmt die Niedrigungen,
bald mehr, bald weniger.
So bald der Strom ausgetreten ist, wird die Geschwindigkeit ¬
des Wassers geringer, welches denn zur Folge hat,
daß, nach einmal erfolgter Ergießung, die Ueberschwemmung
noch viele Tage fortdauert. Denn, wenn auch nach dem
Ueberströmen das Wasser wirklich nicht so häufig als vorher
nachkommt, so hört doch die Ergießung nicht auf, weil sie
mehr in der verminderten Geschwindigkeit, als in der Menge ¬
des zuströmenden Wassers liegt. Es ist einerlei, ob dieselbe ¬
Menge Wasser langsamer, als zuvor abläuft, oder ob ein
größerer Vorrath von Wasser von neuem beständig zuströmt.
Wäre dies nicht, so würde man oft die Ströme nur eine
oder zwei Stunden überlaufen, und alsdenn sich wieder in
ihre Ufer einschränken sehen, welches doch nie geschieht.
Hiebei kommt aber hiernächst auch der Wind in Betrachtung. ¬
Wenn dieser dem Zuge des Stroms anhaltend entgegen ¬
weht, so dauert die Ueberschwemmung länger fort,
weil er der Geschwindigkeit des abfließenden Wassers Abbruch ¬
thut: weht er hingegen mit dem Zuge des Wassers
nach einerlei Richtung, so wird die Ergießung nicht allein
geringer, sondern sie ist auch von kürzerer Dauer.
Bei Ueberschwemmungen steigt das Wasser öfters zu
einer erstaunenden Höhe. Lessep ) berichtet von dem
Flusse Okhota, daß seine Ergießungen für die umliegenden
Gegenden äußerst gefährlich seyen. Wenn er aus seinen Ufern
tritt, so setzt er nicht nur die nahen Felder unter Wasser:
sondern er schwillt auch zu einem Strome an, der in eben
*) Reisen durch die Wüsteneien des Russischen Asiens.
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