Von den Betten der Flüsse.
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bewegt sich um so schneller, und breitet sich desto weniger
aus. Gmelin berichtet, daß die Lena, welche oberhalb der
Mündung des Kirenga nicht mehr als vierhundert Faden in
einer Stunde fortläuft, nachdem sie diesen Fluß zu sich genommen, ¬
in dem nemlichen Zeitraume drei Werste und hundert ¬
Faden gehe. Die Geschwindigkeit der Wasserbewegung
nimmt in dem Verhältniß zu, als die Menge des Wassers
anwächst. Betrachtet man einige von den Flüssen, welche
in den Maragnon fallen; so wird man durch den Anblick getäuscht, ¬
und es scheint, daß ihre Breite die des Maragnon
übertreffe; gleichwohl setzt dieser Strom, nachdem er solche
in sein Bette aufgenommen, seinen Lauf ohne den mindesten
sichtbaren Zuwachs in der Breite fort 1). Guiglielmini ¬
2) merkt an, daß der Po, nachdem er den Arno,
welcher vormals nach Ferrara ging, mit sich vereinigte, und
noch überdies den Fiuß Panara aufnahm, keine Veränderung ¬
in der Breite zeige, und schloß daraus, daß ein kleinerer ¬
Fluß sich mit einem großen vereinigen könne, ohne daß
dieser seine Breite und Höhe verändere. Genetke führt
hiebei auch den Rhein an. Dieser Fluß empfängt bei Mainz
den fast eben so großen Main, ohne einen merklichen Zuwachs ¬
in der Breite. Weiter hinauf bekommt er bei Kölln
die Mosel und mehrere kleinere Flüsse: dessen ungeachtet ist
er bei Kölln weniger breit.
Die Breite der Flüsse nimmt desto mehr zu, je näher
diese dem Meere kommen, es müste denn seyn, daß sie sich
theilten: denn in diesem Falle wird ein jeder Arm wieder
beträchtlich schmäler, als vorher der ungetheilte Hauptstrom
war. Man findet indeß auch hierin Abweichungen. Vom
Rhein trennt sich die Waal, und die beiden Arme gehen in
der Breite fort, welche vorher der vereinigte Fluß hatte; ja
2) UIIoa voyage historique etc.
») Sulle nâture dei fumi. C, 7.