Volltext : Otto, Johann Friedrich Wilhelm: System einer allgemeinen Hydrographie des Erdbodens

Dritte  Abth.  Erster  Abschnitt.
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hält  11,717,550,189  Kubiktoisen,  und  so  werden  also,  nach
jener  Voraussetzung,  alle  Flüsse  des  Erdkörpers  jährlich  nur
341  Kubikmeilen  in  das  Meer  bringen.  Nimmt  man  nun,
nach  einem  ungefähren  Ueberschlage,  die  Menge  Wassers  im
Meere  zu  1,530,320  Französischen  Kubikmeilen  an;  so  würde
ein  Zeitraum  von  4488  Jahren  dazu  erfordert  werden,  wenn
die  Flüsse  eine  solche  Menge  Wassers,  die  der  Menge  desselben ¬
  im  Ocean  gleich  ist,  darein  ausleeren  sollten.
Es  ist  sehr  begreiflich,  daß  die  Gründe,  worauf  diese
und  ähnliche  Berechnungen  beruhen,  sehr  unsicher  sind;  es
können  also  die  Resultate  daraus  nicht  anders  als  höchst  unzuverläßig ¬
  seyn.  Das  Verhältniß  der  ganzen  Oberfläche  des
festen  Landes,  gegen  einen  einzelnen  Theil  derselben  kann
schon  aus  dem  Grunde  keinen  richtigen  Maaßstab  an  die
Hand  geben,  da  die  Ausdünstung,  welche  eine  ungeheure
Menge  Wassers  den  Flüssen  entzieht,  in  den  kalten  Ländern
bei  weitem  geringer  ist,  als  in  den  wärmern.  Es  ist  in  die
Augen  fallend,  daß  ein  Gegenstand,  wie  dieser,  keine  Genauigkeit ¬
  zuläßt.
Zweiter  Abschnitt.
Von  den  Betten  der  Fläfse.
Das  fießende  Wasser,  wenn  es  frei  und  sich  selbst  überlassen ¬
  ist,  richtet  sich  in  seinem  Laufe  nach  dem  Geseuke  und
Abhange  des  Bodens,  und  wendet  sich  jederzeit  näch  derjenigen ¬
  Stelle  hin,  die  am  niedrigsten  ist,  wenn  sie  solche  erreichen ¬
  kann.  Da  nun,  wie  schon  der  Augenschein  lehrt,
            
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