Dritte Abth. Erster Abschnitt.
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Die Größe eines Flusses wird theils nach der Länge seines ¬
Laufs, theils nach seiner Wassermenge, geschätzt, welche
beide mit einander im rechten Verhältnisse stehen, indem ein
Strom desto mehr Wasser durch die Seitenflüsse empfängt,
je weiter er fließt.
Die sämmtlichen Quellen, Bäche und Flüsse, deren Wasser ¬
in einen Strom zusammenfließt, vom Ursprunge an bis
zu seinem Ausflusse, oder der Bezirk und Flächeninhalt
eines Landes, dessen Wasser der Fluß ableitet, und von dem
er unterhalten wird, machen das Gebiet desselben aus.
Diese Flußgebiete, deren Betrachtung uns mit einem Blicke
die hohen und niedrigen Stellen eines Landes, und die Richtung ¬
derselben, kennen und unterscheiden lehrt, liegen in den
höchsten Gegenden eines Landes oft nahe bei und dicht neben ¬
einander. So entsteht aus dem Fichtelsee der Mayn und
die Nabe, von welchen der erste zum Gebiete des Rheins,
der andere aber zum Gebiete der Donau gehört. Das
Brockenbette, ein Torfbruch auf der Höhe des Brockens,
theilt sein Gewässer zwischen der Elbe und der Weser, und
man kann es mit einer Handvoll Torf, dem einen oder dem
andern Flusse, nach Belieben, abdämmen. Aus dem See Irgen, ¬
in der erhabenen Gegend des Baikalsees, kommt der
Fluß Chilok hervor, und nimmt seinen Lauf westwärts nach
dem Selenga. Eben dieser See Irgen empfängt den Ausfluß ¬
aus einem andern nahe dabei gelegenen See, und dieser ¬
hat mit einem dritten Gemeinschaft, aus welchem ein
Strom nordostwärts, und also fast in einer entgegengesetzten
Richtung, dem Wittin zueilt *).
Da die Größe des Gebiets eines Flusses in ziemlich
richtigem Verhältnisse mit seinem Bette steht, so ließe sich
aus den Landcharten, welche die Gebiete der Ströme angeben, ¬
die Breite und Tiefe wenigstens ungefähr und so gut
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