Volltext : Otto, Johann Friedrich Wilhelm: System einer allgemeinen Hydrographie des Erdbodens

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Dritte  Abth.  Erster  Abschnitt.
Niesengebirges  höher  liegt,  als  Böhmen  und  Schlesien.  Aber
die  allerhöchsten  Berge  in  Europa  sind  die  Alpen,  und  diese
findet  man  auch  auf  dem  erhabensten  Orte  dieses  Welttheils.
Eben  so  ist  der  höchste  Theil  Asiens  mit  den  höchsten  Bergen ¬
  besetzt,  und  es  verbreiten  sich  von  da  viele  Ketten  von
Gebirgen.  So  nehmen  die  Mondberge  in  Afrika,  und  die
Gebirge  in  Peru  wahrscheinlich  die  erhabensten  Gegenden
dieser  Welttheile  ein.
Da  der  Ort,  welchem  ein  Strom  zufließt,  niedriger  ist,
als  derjenige,  woher  er  kommt,  so  ließe  sich  wohl  durch  Berechnung ¬
  herausbringen,  wie  viel  der  eine  höher  liegt,  als  der
andere,  wenn  man  nur  das  mittlere  Gefälle  der  Flüsse  genau ¬
  und  richtig  angeben  könnte.
Diejenigen  Länder  sind  höher  als  alle  umliegende,  welche ¬
  von  diesen  keine  Flüsse  empfangen,  und  sie  dagegen  mit
solchen  nach  allen  Richtungen  versehen.  Es  läßt  sich  also
hiernach  die  Lage  der  Länder  gegen  einander  beurtheilen.
Hieraus  ergeben  sich  nun  unter  andern  folgende  Resultate:
a)  Da  in  der  Schweiz  Flüsse  entspringen,  welche  auf  weiten ¬
  Wegen  nach  allen  Himmelsgegenden  hin  strômen,
so  muß  sie  auch  das  höchste  Land  in  dem  westlichen
Europa  seyn.  Aus  ihr  geht  der  Rhein  nach  Norden,
die  Rhone  nach  Westen,  der  Inn  nach  Osten,  und  der
Tessino  nebst  der  Adda  nach  Süden.
b)  Frankreich  muß  auf  der  östlichen  und  südlichen  Seite
ein  viel  höheres  und  gebirgigteres  Land  haben,  als  auf
der  nördlichen  und  westlichen.  Dies  beweiset  der  Lauf
der  Seine,  Loire,  Garonne.  Die  Rhone,  welche  nach
Süden  fließt,  macht  zwar  hier  eine  Ausnahme;  sie
hat  aber  das  Gebirge  durchgebrochen,  um  sich  südwärts
einen  Weg  in  das  mittelländische  Meer  zu  eröfnen.
c)  Da  in  Spanien  kein  Fluß  nach  Norden  in  das  atlantische ¬
  Meer  fällt,  der  Ebro  aber  unweit  der  Küste  da¬
            
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