Volltext : Otto, Johann Friedrich Wilhelm: System einer allgemeinen Hydrographie des Erdbodens

Zweite  Abth.  Vierter  Abschnitt.
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in  Verbindung,  so  wird  anfänglich  das  Wasser  in  dem  Schenkel ¬
  des  Kanals  so  hoch  stehen,  als  in  der  Höhle,  ohne  auszulaufen. ¬
  So  bald  aber  das  Wasser  in  diesem  Behälter  höher =
  steigt,  als  der  höchste  Punkt  des  Kanals,  so  wird  es  mit
einem  Mahle  zu  fließen  anfangen,  und  so  lange  damit  fortfahren, =
  bis  die  Berghöhle  ganz  ausgeleert  ist.  Der  Kanal
hört  alsdann  auf  zu  fließen,  und  fängt  nicht  eher  wieder  an,
als  bis  vorgedachte  Berghöle  wieder  ganz  mit  Wasser  angefüllt ¬
  ist.  So  kann  das  Wasser  in  dem  Kanale  zur  Mündung ¬
  heraus  ablaufen,  ohne  daß  sie  unmittelbar  vom  Regen
Zufluß  hat.
Wenn  also  dergleichen  heberförmige  Kanäle  mit  einem
Wasserbehälter  in  Verbindung  stehen,  aus  welchem  Wasser
zu  Tage  kommt,  so  kann  sich  bei  trockenem  Wetter,  wobei ¬
  der  obere  Theil  des  Kanals  leer  bleibt,  das  Wasser  in
der  Quelle  erhalten;  wenn  das  Wässer  aber  hoch  genug
steigt,  um  den  Kanal  in  seinem  höchsten  Punkte  auszufüllen,
so  läuft  der  Behälter  aus,  und  wird  trocken,  mithin  versiegt
die  daraus  entstehende  Quelle.  Solche  Quellen  haben  demnach ¬
  Wasser,  wenn  es  trocken  ist,  und  versiegen  beim  Regenwetter. ¬

Die  Hunger=Quellen  setzen  ganze  Jahre  hindurch
aus,  und  deuten  bei  ihrem  Ergießen  in  dürren  Jahren  auf
Miswachs.  Sie  erfolgen  nach  einem  lange  anhaltenden  Regen, ¬
  und  füllen  solche  Berghölen  an,  die  vorher  kein  Wasser
abzugeben  hatten.  Eine  dergleichen  giebt  es  bei  Altorf,  und
in  der  schwedischen  Provinz  Ostdahlen  eine  andere.  Viele
Quellen  versiegen  nach  langer  Dürre,  und  ihr  Wassermangel ¬
  zeigt  ebenfalls  eine  bevorstehende  Unfruchtbarkeit  an.
Bei  Island  sprudeln  warme  Wasser  aus  dem  Boden
des  Meeres  hervor.  Unweit  der  Insel  Oldbiörns=Skiar  entdeckte ¬
  man  in  dem  sandigen  Grunde  eine  Quelle,  die  an
einer  Bank  unablässig  hervordrang.  Man  konnte  zur  Zeit
der  Ebbe  dahin  kommen,  da  denn  die  Schiffer  die  Oefnung
            
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