Full text : Otto, Johann Friedrich Wilhelm: System einer allgemeinen Hydrographie des Erdbodens

Einleitung.
Alle  diese  Werke  enthalten  nun  brauchbare  Materialien
für  den  Hydrographen,  und  sie  sind  überall,  so  wie  auch
noch  Hube's  Unterricht  in  der  Naturlehre,  in  einer  Reihe
von  Briefen,  nebst  den  physikalischen  Wörterbüchern  von
Gehler  und  Fischer  benutzt,  in  übrigem  aber  bei  den  einzelnen ¬
  Materien  die  Quellen  jedesmal  angegeben  worden.
Das  Wasser  bedeckt  bei  weitem  den  grösten  Theil  der
Erdoberfläche.  Schon  das  Meer  nimmt,  wie  wir  in  der  Folge
sehen  werden,  mehr  als  die  Hälfte  derselben  ein,  und  nicht
unbedeutend  ist  der  Raum,  auf  dem  trockenen  Theile  der
Erde,  welcher  von  den  fliessenden  und  stehenden  Wassern  bedeckt =
  wird.  Alles  dieses  Gewässer  steht  mit  einander  in  Verbindung. ¬
  Es  war  dem  Schöpfer  nicht  genung,  daß  er  den
grösten  Theil  der  Erde  der  Herrschaft  des  Meeres  unterwarf: ¬
  das  Wasser  muste  auch  von  hieraus  abgeführt,  und,
zur  Erhaltung  der  Thiere  und  Gewächse,  über  seinen  trockenen ¬
  Theil  geleitet  werden,  gleich  den  Säften  in  einem  organischen ¬
  Körper.  Dies  zu  bewirken,  ließ  er  Quellen,  Flüsse
und  Seen  entstehen.
Alles  Wasser,  welches  auf  der  Erde  sichtbar  erscheint,  entspringt ¬
  aus  Quellen,  welche  in  Bäche  zusammen  rinnen,  die
sich  hierauf  in  Flüsse  sammeln,  zum  Theil  Seen  bilden,  und
dann  dem  allgemeinen  Sammelplatze  alles  Gewässers,  dem
Meere  zu  eilen.
Der  Ocean  verschlingt  am  Ende  alles  Wasser  der  Erde: ¬
  allein  er  behält  diesen  Vorrath  nicht,  sondern  giebt  ihn
dem  Lande  zurück.  Dies  geschieht  nun  durch  den  Luftkreis,
welcher  von  der  Oberfläche  der  Gewässer,  vorzüglich  des  Meeres, ¬
  eine  ungeheure  Menge  Wassers  in  dunstförmiger  Gestalt
aufnimmt.  Diese  Dünste  verbreiten  sich  hiernächst  über  das
Land,  verdichten  sich  daselbst,  und  fallen  als  Thau,  Regen,
Hagel  und  Schnee  aus  der  Atmosphäre  herab,  da  sie  denn
von  neuen  zur  Ursach  der  Quellen  werden.  Durch  diesen
Weg  wird  nun  das  Gewässer  auf  unserer  Erdkugel,  zur
            
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