Vorrede.
thun könte, ja die noch ziemliche Zahl derer Mechanicorum würde
um ein grosses seyn vermehret worden.
Dem Mangel solcher Bücher soll nun hoffentlich dieses Theatrum -
ersetzen und abhelffen.
Damit man aber in diesem Buch nicht mehr suchet als man finden =
soll, oder weniger davon halte als der Inhalt ist auch sich nicht unnoͤthige ¬
Gedancken mache warum dieses oder jenes sound so und nicht
anders abgehandelt worden, so hat man hierdurch, statt einer Vorrede ¬
einige Anmerckungen beysetzen wollen:
Erstlich ist zu wissen, daß man mit diesen Fundamenten seine Absicht ¬
hauptsaͤchlich nicht auf die Gelehrte und erfahrne Mathematicos ¬
gerichtet/ denn diese es schon besser wissen werden oder sollen, ja alle
Gelegenheit haben sich derer hiervon vorhandenen Schrifften zu bedienen, ¬
uͤber dieses solcher Anweisung nicht so sehr benoͤthiget sind; denn
die allermeisten Gelehrten das Studium Mechanicum bißher mehr
zur Curiositat und Galanterie gebrauchet, als daß sie einigen Nutzen
dadurch erlangen, oder dem Publico damit zu dienen Gelegenheit gefunden ¬
haͤtten, sondern man hat vielmehr sein Absehen gerichtet auf
Küͤnstler, Handwercker, und dergleichen Leuthe/ die keine Sprachen
noch andere Studia besitzen, keine Gelegenheit haben daß sie sich Infor
matores und anderer Huͤlffe bedienen, oder aus so vielen Schrifften
das noͤthige hervor suchen koͤnten, und dennoch dieser Fundamenten
am allermeisten benoͤthiget sind, nicht etwa zur Curiositat, sondern
weil sie würcklich solcher Machinen sich bedienen, ja dieselben bauen
und brauchen mussen. Derowegen hat man sich auch
Zum Andern nicht allezeit an eine mathematische Lehr-Art fest
gebunden, sondern wie es am beqvemsten vorkommen, und man vermeynet ¬
daß es solchen Leuthen am leichtesten zu begreiffen sey. Derohalben =
Drittens an etlichen Orthen eine Sache, die zwar vorher schon
erklaͤhret oder gesaget worden/ noch einmahl, aber mit andern Exempeln, ¬
Figuren und Worten vorgetragen wird, weil es mehrentheils
eine solche gewesen, die schwehr zu verstehen, und dennoch fundamental ¬
zu wissen nöthig ist, damit diejenigen / so weiter keine Anführung
haben, und nicht gewohnet sind das vorhergehende fest zu behalten
oder nur zu repetiren, und vielleicht aus dem andern, wenn das erste ¬
nicht zulaͤnglich gewesen, oder aus Zusammenhaltung beyder, desto ¬
leichter es fassen mogen, um der Ursachen auch meist mehr als ein
Exempel gesetzet worden. Denn es ist ein grosser Unterscheid ein
Buch