Inhaltsverzeichnis : Leupold, Jakob: Theatrum machinarum generale

Vorrede.
thun  könte,  ja  die  noch  ziemliche  Zahl  derer  Mechanicorum  würde
um  ein  grosses  seyn  vermehret  worden.
Dem  Mangel  solcher  Bücher  soll  nun  hoffentlich  dieses  Theatrum -
  ersetzen  und  abhelffen.
Damit  man  aber  in  diesem  Buch  nicht  mehr  suchet  als  man  finden =
  soll,  oder  weniger  davon  halte  als  der  Inhalt  ist  auch  sich  nicht  unnoͤthige ¬
  Gedancken  mache  warum  dieses  oder  jenes  sound  so  und  nicht
anders  abgehandelt  worden,  so  hat  man  hierdurch,  statt  einer  Vorrede ¬
  einige  Anmerckungen  beysetzen  wollen:
Erstlich  ist  zu  wissen,  daß  man  mit  diesen  Fundamenten  seine  Absicht ¬
  hauptsaͤchlich  nicht  auf  die  Gelehrte  und  erfahrne  Mathematicos ¬
  gerichtet/  denn  diese  es  schon  besser  wissen  werden  oder  sollen,  ja  alle
Gelegenheit  haben  sich  derer  hiervon  vorhandenen  Schrifften  zu  bedienen, ¬
  uͤber  dieses  solcher  Anweisung  nicht  so  sehr  benoͤthiget  sind;  denn
die  allermeisten  Gelehrten  das  Studium  Mechanicum  bißher  mehr
zur  Curiositat  und  Galanterie  gebrauchet,  als  daß  sie  einigen  Nutzen
dadurch  erlangen,  oder  dem  Publico  damit  zu  dienen  Gelegenheit  gefunden ¬
  haͤtten,  sondern  man  hat  vielmehr  sein  Absehen  gerichtet  auf
Küͤnstler,  Handwercker,  und  dergleichen  Leuthe/  die  keine  Sprachen
noch  andere  Studia  besitzen,  keine  Gelegenheit  haben  daß  sie  sich  Infor
matores  und  anderer  Huͤlffe  bedienen,  oder  aus  so  vielen  Schrifften
das  noͤthige  hervor  suchen  koͤnten,  und  dennoch  dieser  Fundamenten
am  allermeisten  benoͤthiget  sind,  nicht  etwa  zur  Curiositat,  sondern
weil  sie  würcklich  solcher  Machinen  sich  bedienen,  ja  dieselben  bauen
und  brauchen  mussen.  Derowegen  hat  man  sich  auch
Zum  Andern  nicht  allezeit  an  eine  mathematische  Lehr-Art  fest
gebunden,  sondern  wie  es  am  beqvemsten  vorkommen,  und  man  vermeynet ¬
  daß  es  solchen  Leuthen  am  leichtesten  zu  begreiffen  sey.  Derohalben =

Drittens  an  etlichen  Orthen  eine  Sache,  die  zwar  vorher  schon
erklaͤhret  oder  gesaget  worden/  noch  einmahl,  aber  mit  andern  Exempeln, ¬
  Figuren  und  Worten  vorgetragen  wird,  weil  es  mehrentheils
eine  solche  gewesen,  die  schwehr  zu  verstehen,  und  dennoch  fundamental ¬
  zu  wissen  nöthig  ist,  damit  diejenigen  /  so  weiter  keine  Anführung
haben,  und  nicht  gewohnet  sind  das  vorhergehende  fest  zu  behalten
oder  nur  zu  repetiren,  und  vielleicht  aus  dem  andern,  wenn  das  erste ¬
  nicht  zulaͤnglich  gewesen,  oder  aus  Zusammenhaltung  beyder,  desto ¬
  leichter  es  fassen  mogen,  um  der  Ursachen  auch  meist  mehr  als  ein
Exempel  gesetzet  worden.  Denn  es  ist  ein  grosser  Unterscheid  ein
Buch
            
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