Temperatur des Quellwassers.
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Unter den heißen Springquellen Islands, wovon einige
mit dem Namen Geyser beleget werden, ist keine mit derjenigen ¬
zu vergleichen, welche zwei Tagereisen vom Hekla,
nicht weit von Skallholt, liegt. Sie stellt ein Schauspiel
auf, bei welchem die Natur alles, was sie Schönes und
Grausendes hat, in sich vereinigt. Hier erscheint eine Ebene,
in der man von der einen Seite, in einer weiten Entfernung, ¬
hohe, mit Eise bedeckte Berge erblickt, deren Gipfel
sich gemeiniglich in den Wolken verlieren, die dem Auge den
Anblick ihrer scharfen und zackigen Spitzen entziehen. Dieses ¬
Verlusts wegen wird der Beobachter, bei einem gewissen
Winde, wieder dadurch entschädigt, daß die Wolken sich alsdann ¬
senken, und die Berge selbst bedecken, da man denn
ihre Gipfel gleichsam auf den Wolken ruhen sieht. Von
einer andern Seite zeigt sich der Hekla, dessen drei mit Eise
bedeckte Spitzen über die Wolken hervorragen, und die durch
den Rauch, der aus ihnen emporsteigt, in einer gewissen
Weite davon, neue Wolken bilden. Nach einer andern Seite
hin, steht noch ein hohes Felsengebirge, an dessen Fuße von
Zeit zu Zeit siedendes Wasser hervor rauscht, und wo sich
weiter herunter ein Sumpf von etwa einer halben Meile
im Umkreise, mit vierzig bis funfzig siedenden Quellen zeigt,
von denen ein dicker Dampf aufsteigt, und sich in der Luft
mit den Wolken vermischt. Mitten unter diesen liegt nun
die große Quelle, der Geyser, welcher eine nähere Beschreibung ¬
verdient.
Troil*) vernahm, ungefähr eine Viertelmeile von der
Springquelle, zwischen welcher und ihm sich noch ein Felsengebirge ¬
befand, ein starkes Getöse, dem Rauschen eines Waldstroms ¬
ähnlich, welcher sich von Klippen herabstürzt. Er
beobachtete die Oefnung, woraus das Wasser hervorsprützte,
besonders genau. Bisweilen sank es einige Faden tief in
1) D. Uno von Troil Briefe, über eine im Jahre 1772 nach Island angestellte ¬
Reise, a. d. Schwed. Upsal und Leipzig 1779. 8.
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