Metadaten : Otto, Johann Friedrich Wilhelm: System einer allgemeinen Hydrographie des Erdbodens

Temperatur  des  Quellwassers.
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Quelle  Loka  auch  bei  der  grösten  Sommerhitze  beständig  6
Grad  Wärme.  Demungeachtet  gefrieren  dergleichen  Quellen ¬
  nie;  die  Wirkung  der  steten  Bewegung  des  Wassers.
Dagegen  giebt  es  aber  auch  Quellen  von  einer  außerordentlich
hohen  Temperatur.
Man  theilt  in  dieser  Rücksicht  die  Quellen  in  kalte
und  warme  ein.  Diese  heißen  solche,  welche  die  Temperatur ¬
  des  Luftkreises  übersteigen.  Der  Grad  der  Wärme
ist  jedoch  bei  ihnen  sehr  verschieden,  und  er  steigt  von  der
Lauwärme  bis  zur  Siedhitze,  und  darüber.
Die  Ursach,  welche  das  Wasser  der  Quellen  in  die  höhere ¬
  Temperatur  versetzt,  findet  man  von  den  Naturkundigern ¬
  verschieden  angegeben.  Das  Centralfeuer,  welchem  man
vormals  alle  große  Erscheinungen  in  der  unterirdischen  Werkstätte ¬
  der  Natur  zuschrieb,  hat  längst  seine  Anhänger  verloren, ¬
  und  eben  so  wenig  halten,  bei  den  mehresten  derselben,
die  in  ihren  Gegenden  sonst  vorhanden  gewesenen  Vulkane
die  Prüfung  aus,  da  man  bei  ihnen  keine  Spur  von  Vulkanität ¬
  entdeckt.  Am  nähesten  kommen  der  Wahrheit  diejenigen, ¬
  welche  die  Entstehung  derselben  von  Kiesen  herleiten.
Diese  Körper  sind  eine  Verbindung  des  Eisens  mit  Schwefel, ¬
  und  werden  daher  Eisen=  oder  Schwefelkiese  genannt.
Sie  finden  sich  häufig  in  der  Erde.  Wenn  sie  hier  mit  dem
Wasser  in  Berührung  kommen,  wie  solches  nicht  selten  der
Fall  ist,  so  erfolgt  eine  Zersetzung  nicht  allein  des  Kieses
sondern  auch  des  Wassers.  In  diesem  Zustande  nun  setzt
dieses  seinen  einen  Bestandtheil,  den  Sauerstoff,  an  das  Eisen ¬
  und  den  Schwefel  ab,  wodürch  jenes  verkalkt,  dieser
aber  gesäuert  wird.  Der  Wasserstoff,  als  der  zweite  Bestandtheil, ¬
  verbindet  sich  mit  einem  Theile  Schwefels  aus
dem  Kiese,  und  ist  nun  als  geschwefeltes  Wasserstoffgas  zu
betrachten,  welcher  sich  als  eine  elastische  Flüssigkeit  in  Freiheit ¬
  zu  setzen  sucht.  Indem  das  Wasser  so  zerlegt  worden
ist,  wird  der  Wärmestoff,  welcher  ihm  vorher  den  Zustand
            
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