Inhaltsverzeichnis : Otto, Johann Friedrich Wilhelm: System einer allgemeinen Hydrographie des Erdbodens

Beschaffenheit  des  Quellwassers.
97
in  sich  auf.  In  der  mittlern  Temperatur  nehmen  100  Kubikzolle ¬
  Wasser  60  Kubikzolle  dergleichen  Gas  in  sich,  und
nach  Hahnemann  42,000  Gran  kaltes  Wasser  so  viel
Gas  auf,  daß  die  Menge  des  darin  enthaltenen  Schwefels
100  Gran  beträgt.
Von  den  schwefelhaltigen  Quellen  sind  die  warmen  am
gemeinsten.  Sie  finden  sich  in  der  Nachbarschaft  der  Vulkane, ¬
  oder  an  solchen  Orten,  wo  man  unterirdisches  Feuer
annehmen  kann.  Kalte  Quellen  dieser  Art  giebt  es  gewöhnlich ¬
  am  Ausgange  der  Flötzgebirge,  und  in  der  Nähe  von
Steinkohlengruben  und  Salzquellen.
Bergmann  1)  findet  die  Erklärung  des  Schwefelgehalts ¬
  bei  den  Mineralquellen  am  schwierigsten,  da  es  ihm
nie  gelingen  wollte,  aus  ihren  Wassern,  durch  die  Kunst,
Schwefel  zu  erhalten.  Herrn  Westrumb  scheint  es,  daß
eine  große  Menge  Schwefel  dadurch  erzeugt  werde,  wenn
irgend  an  einem  Orte  sich  Schwefelleber  im  Wasser  aufgelöset =
  hat,  und  gründet  darauf  eine  besondere  Eintheilung  dieser
Wasser.
Zu  den  vorzüglichsten  Quellen  dieser  Art  gehören  folgende: ¬

Das  Achener  Bad.  Das  Wasser  quillt  aus  mehrern
Oefnungen  warm  hervor,  in  einer  Temperatur  von  111
bis  160  Grade  Fahrenh.  Es  hat  einen  durchdringenden ¬
  Schwefelgeruch,  und  ist  vom  Lucas,  Williams
und  Michels,  chemisch  untersucht  worden  2).
Das  Gasteiner  Wildbad  im  Salzburger  Gebiete  3).
1)  Phys.  Erdb.  1.  B.  S.  315.
2)  Lucas  Versuch  von  den  Wassern,  3  Th.  1796.  S.  1.  Williams
Treatise  on  the  virtues  of  the  water  of  Aix  la  Chapelle.  Lond.
1772.  Michels,  über  die  Nutzbarkeit  der  in  Achen  befindlichen  Mineralwasser. ¬
  Kölu  1786.
2)  Barisoni  phys.  chem.  Untersuchung  des  Gasteiner  Bades.  Salzburg ¬
  1786
G
            
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.

powered by Goobi viewer