Volltext : Gewerbfreiheit für Nürnberg

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Die  Gewerbsbeschränkung.
lich  dem  Publikum,  und  meist  auch  den  Jnhabern  des  Monopols =
  selbst.
Sie  gibt  z.  B.  kein  Monopol  allen  den  Gewerben,  deren
Waren  jezt  durch  den  Handel  geliefert  werden,  oder  beschrankt
dis  doch  nur  auf  den  augenbliklichen  örtlichen  Bedarf,  oder
auf  den  Bedarf  der  ärmern  Classe,  welche,  weil  sie  nur  Kleinigkeiten ¬
  kauft,  nicht  von  auswärts  beziehen  kann.  So  ist
jezt  der  Absaz  der  weit  hinter  der  Zeit  zurükgebliebenen  Lichterzieher ¬
  und  Seifensieder  in  manchen  Orten  gering,  da  alle
größern  Haushaltungen  ihren  Bedarf  von  auswärts  beziehen,
oder  auf  den  Messen  kaufen,  wo  sie  ihn  besser  und  billiger  erhalten. ¬

Sie  wird  schädlich  selbst  den  Inhabern  des  Monopols,
weil  diese,  eben  durch  den  erzwungenen  Gewinn  nur  zu  leicht
zu  nachläßigem  Betrieb  des  Geschäfts  und  zu  größern  Ausgaben ¬
  veranlaßt  werden  —  und  dann  am  Ende  doch  nichts
übrig  haben.  Man  betrachte  die  Inhaber  solcher  begünstigten
Gewerbe  und  die  der  eigentlichen  Sinekuren  (welche  ich  hier
nicht  nennen  will,  da  sie  der  Drukerschwärze  nicht  bedürfen
so  wird  man  viele  Belege  zu  dem  Gesagten  in  jeder  Stadt
zu  finden  wissen,  und  zugeben,  daß  selbst  die  Inhaber  der  Monopolgewerbe ¬
  großentheils  nicht  so  viel  übrig  haben,  um  ihre
Kinder  wieder  in  Monopolgewerben  unterbringen  zu  können,
und  daher,  wenn  sie  es  auch  leidlich  gut  hatten  --  doch  auf
ihre  Familien  die  Uebel  der  Gewerbsbeschränkung  lasten  sehen.
„Im  Gewerbswesen  mehr  als  irgendwo  gilt  das  Sprichwort ¬
  veine  Schwalbe  macht  keinen  Sommer.«  Die  Gewerbsthätigkeit ¬
  verlangt  die  gegenseitige  Reibung  der  Anstalten  an
einander  —  also  gerade  das  Gegentheil  von  dem,  was  das
Monopol  will  —  um  sich  zu  entflammen.  Das  größte  Gluk
einer  Fabrik  in  einem  Lande,  wo  sie  vereinzelt  steht,  ist  die
Entstehung  anderer,  welche  mit  ihr  wetteifern,  ihr  alle  Tage
            
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