Inhaltsverzeichnis : Girtanner, Christoph: Anfangsgründe der antiphlogistischen Chemie

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erde  verbindet  sich  mit  dem  Essigsauren;  die  Kreide  und  die
Pottasche  sättigen  die  überflüssige  Säure.  Der  Nutzen  dieses ¬
  Grundes  besteht  darin:
1)  Die  essigsaure  Alaunerde  ist  leichter  zu  trennen,  als
die  schwefelgesäurte  Alaunerde;  die  Alaunerde  verläßt  leichter ¬
  das  Essigsaure,  als  die  Schwefelsäure,  um  sich  mit  der
Leinwand  und  den  Farbetheilchen  zu  verbinden.
2)  Das  Essigsaure,  welches  alsdann  frei  wird,  hat  eine
weit  geringere  Wirkung  auf  die  Farbe,  als  die  Schwefelsäure
haben  würde.
3)  Da  die  essigsaure  Alaunerde  nicht  die  Eigenschaft
hat  zu  kristallisiren;  so  krümmelt  sich  der  Grund  nicht  so
sehr,  als  er  thun  würde,  wenn  er  mit  Alaun  vermischt  wäre,
welcher  kristallisirt.
Mit  den  thierischen  Theilen  hat  die  Alaunerde  eine
große  Verwandtschaft.  Wenn  man  eine  Lösung  von  Tischlerleim ¬
  in  Wasser  mit  einer  Lösung  von  Alaun  in  Wasser
vermischt,  und  beide  vermischte  Lösungen  mit  einem  Laugensalze ¬
  niederschlägt:  so  fällt  der  Leim,  mit  der  Alaunerde ¬
  verbunden,  zu  Boden,  und  bildet  eine  halb  durchsichtige ¬
  Gallerte.
Eben  so  groß  ist  die  Verwandtschaft  der  Alaunerde  zu
den  Farbetheilchen.
Unter  den  zu  färbenden  Stoffen  gehören  die  Seide
und  die  Wolle  zu  den  thierischen,  die  Baumwolle,  der
Flachs  und  der  Hanf,  zu  den  vegetabilischen  Theilen.
Die  thierischen  Theile  unterscheiden  sich  von  den  Theilen  der
Pflanzen  dadurch,  daß  sie  Salpeterstoff.  enthalten,  welcher
den  Pflanzen  fehlt,  und  daß  sie  Wasserstoff  in  weit  größerer
Menge  enthalten,  als  die  Pflanzen.  Die  Laugensalze  zerstören ¬
  die  thierischen  Theile,  und  lösen  dieselben  auf,  schaden ¬
  aber  den  Pflanzen  nicht.
Soll  die  Wolle  gefärbt  werden,  so  muß  sie=erst  von
dem,  ihr  eigenen,  Fette,  gereinigt  werden.  Man  kocht  sie,
zu  diesem  Ende,  mit  Urin  und  Wasser,  und  sie  verliert,  bei
dieser  Operation,  zuweilen  den  fünften  Theil  ihres  Gewichtes.
Das  Ammoniak,  welches  in  dem  faulenden  Urine  entsteht,
            
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