Metadaten : ¬Das Armenwesen (1)

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Erkündigung  geben,  und  überall  wird  man  auch  diese
Darstellung  bestätigt  finden.  Sehr  bezeichnend  ist  namentlich ¬
  die  Klage  so  vieler  Hausmütter  gegenüber  der  Forderung, ¬
  nicht  auf  dem  Wege  des  gewöhnlichen  Almosengebens ¬
  der  Armut  zu  helfen;  „Was  soll  man?"  sagen
sie,  „wenn  so  halbwilde  Gesichter  kommen,  und  ihren
Blik  begehrlich  in  allen  Eken  herumtreiben,  so  ist  man
froh  Etwas  zu  geben,  damit  man  sie  nur  so  geschwind
als  möglich  wieder  vom  Hause  weg  hat."  So  bemerken
wir  im  Fernern,  daß  der  Hang  zum  beruflosen  Herumstreichen ¬
  auf  sehr  bedenkliche  Weise  zugenommen  habe.
Es  geschieht  häufiger  als  ehemals,  daß  sich  Leute  im
frühen  Jugendalter  schon  von  ihren  Familien  abtrennen,
ihre  Heimat  verlassen  und  sich  mit  andern  ihres  Gelichters ¬
  zu  handwerksmäßigem  Bettel  und  zur  Vagantität
vereinigen.  Eine  weitere  den  Stand  der  Armut  charakterisirende ¬
  Erscheinung  ist  die,  daß  häufig  und  immer
häufiger  junge  starke  Weibsbilder  in  Bettel  und  Vagantität ¬
  sich  herumtreiben,  sonder  Scham  und  Scheu  dem
schlechten  Leben  fröhnen  und  die  Früchte  desselben  im
Lande  herumschleppen,  oder  aber  sich  ihrer  auf  verbrecherische ¬
  Weise  zu  erwehren  oder  zu  entledigen  suchen.
Wir  behaupten,  daß  unter  diesem  Vagantenvolke  die
Fruchtabtreibung  eine  ganz  gewöhnliche  Sache  sei,  über
die  dasselbe  nicht  nur  gar  kein  Hehl  hat,  sondern  sich
gegenseitig  über  die  sichersten  Mittel  dazu  belehrt.  Und
wahrlich!  bald  wäre  man  versucht,  ein  solches  Verfahren,
gegenüber  dem  gräßlichen  Elende,  dem  die  Vagantenkinder
meistenteils  entgegenleben,  stillschweigend  zu  billigen,
forderten  nicht  die  stärksten  Gründe  der  Moral  und  öffentlichen ¬
  Ordnung  laut  und  entschieden  die  rüksichtsloseste
Bekämpfung  alles  dessen,  was  der  Menschenbestimmung
zuwiderläuft.
Und  wie  machen  sich  die  in  glüklichern  Umständen
            
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