III. Berufung zur Erbschaft. § 3.
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2) Die testamentarische Erbfähigkeit oder die testamenti ¬
factio, heute testamenti factio passiva genannt, muß der
instituirte Erbe zu folgenden Zeiten haben:? a) zur Zeit der Erbeinsetzung, ¬
ut constiterit institutio, — fehlt sie ihm zu dieser
Zeit, so ist seine Erbeinsetzung nichtig, auch wenn sie unter der
Bedingung gemacht ist, daß er beim Tode des Testators erbfähig
3 b) zur Todeszeit des Erblassers, oder im Fall einer
sein werde;
bedingten Erbeinsetzung zur Zeit wo sich die Bedingung erfüllt,
ut effectum habeat institutio, — der Mangel der (
rbfähigkeit
in diesem Moment schließt für den instituirten extraneus die
Delation, für den suus die Acquisition der Erbschaft aus, während
personen zunächst an ihr Kloster; heute sind diese Personen nach canonischem
Recht vermögensunfähig, vgl. § 1 Seite 41 Note 1.
1 Ulpian. XXII. § 1. Heredes institui possunt, qui testamenti ¬
factionem cum testatore habent. § 10 I. de testam. ordinand.
(2. 10) ... totum hoc negotium, quod agitur testamenti ordinandi
gratia, creditur hodie inter testatorem et heredém agi. l. 16 D. qui
test. fac. poss. (28. 1).
2 l. 49 § 1 D. de hered. inst. (28. 5). 1. 50 pr. D. eod. § 4 I.
de hered. qual. (2. 19).
Diese Bedingung ist nur im Soldatentestament zugelassen, l. 13 § 2
D. de test. mil. (29. 1), c. 5 C. h. t. (6. 21). Die Regel enthält 1. 201
D. de R. I. (50. 17) Omnia, quae ex testamento proficisountur, ita statum
eventus capiunt, si initium quoque sine vitio ceperint. Heute ist auch
die Ausnahme aufgehoben durch das Reichsmilitärgesetz vom 2. Mai 1874,
welches die Vorrechte der Militärpersonen in Betreff ihrer letztwilligen Anordnungen ¬
auf die in § 44 bezeichneten privilegirten Formen beschränkt.
Manche Juristen halten die Erbeinsetzung eines Erbunfähigen unter der
Bedingung künftiger Erbfähigkeit heute für gültig auf Grund der 1. 62 pr. D.
de her. inst. (28. 5), die von der Capacität spricht (Seite 74 Note 2);
sie nehmen eine Usualinterpretation an, nach der die Stelle von der Erbfähigkeit ¬
verstanden werde, Mühlenbruch a. a. O. S. 144 ff.,
Mayer, Erbr. I. S. 45. Ein solches Gewohnheitsrecht ist aber in der
That nicht nachweisbar, Puchta, Pand. S. 471, Arndts, Pand. § 492
Note, im Rhein. Mus. Bd. 5 S. 212 u. im Rechtslexikon Bd. 3 S. 909 ff
4 l. 60 § 4 D. de her. inst. (28. 5) ... tempus, quo testator
décessit ... aut si sub conditione heres institutus est
quo tempore
conditio existit. Im Widerspruch mit dieser Stelle behauptet Sintenis
a. a. O. § 160, auch der sub conditione instituirte Erbe müsse bereits zur
Todeszeit des Erblassers erbfähig sein.
Koeppen, Lehrb. d. heut. röm. Erbrechts.