Full text: Allgemeines bürgerliches Gesetzbuch für die gesammten Deutschen Erbländer der Oesterreichischen Monarchie (2)

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Von den Ehe=Pacten. 
§. 1237. 
Haben Eheleute über die Verwendung 
ihres Vermögens keine besondere Ueberein 
kunft getroffen; so behält jeder Ehegatte 
sein voriges Eigenthumsrecht, und au 
das, was ein jeder Theil während der 
Ehe erwirbt, und auf was immer für eine 
Art überkommt, hat der andere keinen 
Anspruch. Im Zweifel wird vermuthet, 
daß der Erwerb von dem Manne her 
rühre. 
§. 1238. 
So lange die Ehegattinn nicht wider 
sprochen hat, gilt die rechtliche Vermu 
thung, daß sie dem Manne als ihrem ge 
setzmäßigen Vertreter die Verwaltung ih 
res freyen Vermögens anvertrauet habe. 
§. 1239. 
Der Ehegatte wird in Rücksicht einer 
solchen Verwaltung zwar überhaupt wie 
ein anderer bevollmächtigter Sachwalter 
angesehen; doch haftet er nur für das 
Stammgut oder Capital. Ueber die wäh 
rend der Verwaltung bezogenen Nutzungen 
ist er, wenn es nicht ausdrücklich bedun 
gen worden, keine Rechnung schuldig; diese 
5) Verwal 
tung und 
Nutznießung 
desursprüng 
lichen oder 
erworbenen 
Vermögens.
	        
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