Full text: Sistem aller fuldischen Privatrechte (2)

v. d. Gütergemeinsch. unter Eheleuten. 43 
zu Protocolle geben a). Diese gerichtliche Weiber 
einwilligung ist nicht nur von Buͤrgschaften fuͤr Ju 
den b), sondern auch da zu verstehen, wenn man 
sich zur Gunst eines christlichen Gläubigers verbürgen 
will c). Ferner ist zu bemerken, daß hier die Ver 
bürgungen, wobei die weibliche Bewilligung erfoder 
lich sein soll, im breitesten Verstande genommen, und 
darunter sowohl die sogenannten Fidejussionen 
als Expromissionen oder Selbstzähler 
schaften im Gesetze wörtlich angeführet werden d). 
Jedoch giebt es auch Fälle, wo die weibliche Bewilli 
gung nicht erfodert wird, wenn nemlich die in Hand 
lung stehenden Christen oder Juden sich für Christen 
oder auch Juden auf Märkten oder in andern Hand 
lungsgeschäften verbürgen, oder in diesen Fällen als 
Selbstzähler verbinden wollen, denn hier ist weder des 
christlichen noch jüdischen Eheweibes Bewilligung nö 
thig. Dies ist aber als eine Ausnahme im Gesetze 
festgesetzet, folglich nicht im weitern sondern engern 
Verstande zu erklären e). 
a) Die angeführte Verordnung vom Jahre 1766. Die 
se gerichtliche Form ist so strenge nöthig, daß sogar 
jene Verbürgungen bei vorkommenden Fällen in den 
Gerichten für unverbindend erkläret werden, wo die 
se Form nicht beobachtet worden, und gleichwohl 
die außergerichtliche Bewilligung der Frau erwie 
sen werden könnte. Präjudicien bestärken diese An 
merkung. 
b) 
Judenverord. 1751 
§. 33. 
c) Die vorige von 1766. 
d) Die nemliche. 
) Gem. Besch. 1776. II. lit. 2. 
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