Volltext : Wiest, Andreas Alois: Ueber Aufhebung der Zehenten, LeibeigenschaftsGefälle, Frohnen, Beeten und FallLehen

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können,  auf  diese  Weise  nicht  und  durch  die  ordinäre  Schule
nur  im  verminderten  Grad  erreicht  werden  kann,  so  ist
nothwendig  ihn  dadurch  zu  erreichen  zu  suchen,  daß  die  Kinder
früher  dem  SchulZwang  entrissen,  und  der  Landwirthschaft
und  Industrie  gegeben  und  gewidmet  werden,  wo  der
mannigfaltigste  Stoff  für  frühe  Angewöhnung  an  Fleiß  und
Arbeitsamkeit  vorliegt.
Der  zehnte  Abschnitt  handelt  das  SchulGeld  und  andere
Emolumente  des  SchulLehrers  ab.  Es  sagt  die  SchulOrdnung
unter  Z.  4.  §.  28.  selbst,  daß  die  SchulLehrer  Männer
seyen,  die  in  einem  öffentlichen,  ehrenvollen  für  den
Staat,  wie  für  die  respectiven  Gemeinden  sehr  wichtigen. ¬
  Amte  stehe:  Sind  sie  also  nicht  bloß  Gemeinde¬,
sondern  selbst  StaatsDiener  in  weiterm  Betracht,  so  sollen
auch  die  Exemten  zu  ihrer  Unterhaltung,  überhaupt  zur  Bestreitung ¬
  der  sämmtlichen  Kosten  der  Schul  Anstalt  verhältnißmäßig
beitragen.  Dieß,  ihre  wohlbegründete  Beiziehung  zu  diesen
Kosten  gäbe  die  Veranlassung  zu  einer  so  nothwendigen  Aufbesserung ¬
  der  oft  sehr  kärglichen  Besoldungen  der  SchulLehrer.
Wir  vertrauen  ihrer  Pflege,  ihrem  Unterricht  unser  Theuerstes ¬
  an,  die  Bildung  und  Erziehung,  welche  von  den
VolksSchulLehrern  mit  ausgeht,  ist  die  Grundlage  der
Gesittung  ganzer  Nationen.  Sollen  sie  eine  sittlich  gute,
christlich  religiöse,  und  wahrhaft  constitutionell  gesinnte
Jugend=  erziehen,  so  müssen  sie  so  gestellt  seyn,  um  mit
Freude  und  Lust,  also  ohne  NahrungsSorgen  ihren  schweren ¬
  Beruf  erfüllen  zu  können.  Es  ist  also  nöthig,  daß
sie  einen  Unterhalt,  womit  sie  mit  Familie  anständig  leben
können,  und  eine  Stellung  erhalten,  die  sie  zwar  nicht  der
Aufsicht  der  Geistlichen  entzieht,  sie  aber  auch  nicht  zu  ihren
servilen  Dienern  erniedrigt.
Insbesondere  sollten  sie  also
Mitglieder  der  SchulCommissson  werden.
            
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