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der Interessen des deutschen Seehandels ging dann allmälig aus
der Hand jener Genossenschaften in die der heimischen Magistrate
über *1). Vollendet wurde die Hansa aber freilich erst durch städtische ¬
Bündnisse, welche sich auf den in Rede stehenden Zweck bezogen ¬
*2). Diese Vereinigungen erstreckten sich vorzugsweise auf
niederdeutsche Orte, indessen nicht blos auf solche, die an der See
lagen. Vorbereitet wurden dergleichen Verbindungen schon durch
das Bündniß zwischen Hamburg und Lübeck aus dem J. 1244 für
Beförderung des Handels der beiden Städte und insbesondere für
Sicherstellung der Straßen zu Land und Wasser vom Ausfluß der
Elbe bis zur Travemündung13). Ein Decennium später (1252)
handelten beider Städte Gesandte mit den Grafen von Flandern
und andern dortigen Herrn im Auftrage der Kaufleute des römischen
Reichs, welche Gothland besuchen, über den Zoll von Damm und
Im J. 1255 schlossen Lübeck und Hamburg ein
Brügge
Schutzbündniß auf drei Jahre. Eine Vereinigung, die sich bald
erweiterte, indem sie auf Wismar, Rostock, Stralsund, Greifswalde
und Stettin ausgedehnt und durch Verbindung mit westphälischen
So ward in dieser
Städten zu einem Landfrieden wurde 15
Zeit die große deutsche Hansa vorbereitet. Ein bestimmter Anfangspunkt ¬
derselben läßt sich übrigens nicht angeben 16)
Nach Wilhelm's Tode boten die einflußreichsten Fürsten die
libero recedant.“ (Vgl. Sartorius Bd. II. S. 9). Ebenso wird das
Wort in einer Urkunde des Erzbischofs Siegfried von Bremen aus dem
J. 1188 gebraucht, welche bei Sartorius Bd. II. S. 8 steht. Analog
hängt ja auch Gilde mit gelten (angels. geldan, gyldan), zahlen, erstatten
zusammen. Siehe Wilda a. a. O. S. 9. Etymologisch dürfte aber das
Wort Hansa, das sich im Altdeutschen nirgends unterbringen läßt, dem Slavischen ¬
zuzuweisen sein.
11) Vgl. Wilda a. a. O. S. 265.
12) Lappenberg a. a. O. pg. XII. Sartorius a. a. O. S. 19.
Wurm in den Verhandlungen der Germanisten zu Lübeck S. 4 f.
13) Näheres bei Sartorius a. a. O. Bd. I. S. 20 f. Eichhorn a.
a. O. Barthold a. a. O. S. 204 f.
14) Vgl. Barthold a. a. O. S. 223 f. Siehe die bezüglichen Urkunden ¬
bei Sartorius Bd. II. S. 54 f.
13) Siehe Sartorius a. a. O. Bd. I. S. 22 f. Eichhorn a. a. OBarthold ¬
a. a. O. S. 227. Klüpfel a. a. O. S. 55 f. K. v. Schlözer
a. a. O. S. 33 f.
16) Vgl. Lappenberg a. a. O. S. XXVI.