Full text: Land-Recht des Großherzogthums Baden

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I. B. IV. T. Von den Abwesenden. 
tel; erscheint er aber erst nach fünfzehn Jahren, nur 
ein Zehntel der Einkünfte zu ersezen verbunden. 
Nach einer Abwesenheit von dreißig Jahren sollen 
die Einkünfte ihnen ganz verbleiben. 
127 a. Die Einzuweisende können gleich bey der 
Einweisung verlangen, daß durch obrigkeitlich verord 
nete Schätzung nach einem gelinden Mittelertrag die 
Summe der Einkünfte vom Jahr fest bestimmt werde, 
wo alsdann darnach ihre Ersazschuldigkeit sich richtet. 
127 h. Der Mittelertrag des zinnsbar anzulegen 
den Vermögenstheils soll überall auf vier vom Hundert 
angeschlagen werden. 
128. Alle diejenigen, die nur kraft einer fürsorg 
lichen Einweisung den Genuß haben, können die Lie 
genschaften des Verschollenen weder veräußern noch 
verpfänden. 
129. Die Sicherstellung soll aufgehoben werden, 
und jeder Mitberechtigte darauf antragen dürfen, daß 
das Vermögen getheilt und die fürsorgliche Einweisung 
in den Besiz durch die Obrigkeit für endgültig erklärt 
werde, sobald seit ihrer Anordnung, oder von dem 
Zeitpunkt an, da die Verwaltung der Güter des Ver 
schollenen von dem Ehegatten übernommen wurde, der 
in ehelicher Güter=Gemeinschaft mit ihm gelebt hatte, 
die Verschollenheit noch dreyßig Jahre gedauert hat, 
oder wenn hundert Jahre, von der Geburt des Abwe 
senden an / verflossen sind. 
129 a. Wenn jemand aus Anlaß einer solchen Be 
gebenheit vermißt wurde, woraus für den Richter die 
Ueberzeugung seines Todes hervorgeht, ohne doch ihn 
ordnungsmäßig erheben zu können, so reichen zehen 
Jahre der Abwesenheit, von obigem Zeitpunkt an ge 
rechnet, dazu hin.
	        
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