Full text: Land-Recht des Großherzogthums Baden

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I. B. IV. T. Von den Abwesenden. 
125. Der fürsorgliche Besiz ist nur Anvertrauung 
fremden Guts, welche dem Besizer die Verwaltung der 
Güter des Abwesenden einräumt, und ihn zur Rech 
nungs=Ablegung für den Fall verbindet, da der Ab 
wesende wieder erscheint, oder man Nachrichten von 
ihm erhält. 
126. Diejenigen, welche die fürsorgliche Einweisung 
erlangt haben, oder der Ehegatte, der sich für die 
Fortsezung der Güter=Gemeinschaft erklärt, müssen 
unter Mitwirkung des Kron=Anwalds, oder eines von 
ihm dazu aufgeforderten Orts=Vorgesezten, zur Auf 
zeichnung der Fahrniß und der Rechts=Urkunden des 
Abwesenden schreiten lassen. 
Das Gericht läßt nach Befinden die Fahrniß ganz 
oder zum Theil veräussern. Wird sie verkauft, so soll 
der Betrag, so wie jener der zu solcher Zeit fälligen 
Früchte, wieder angelegt werden. 
Diejenigen, welche die fürsorgliche Einweisung 
erlangt haben, können zu ihrer Sicherheit darauf an 
tragen, daß die liegenden Güter durch einen von dem 
Gericht hiezu ernannten Sachverständigen in Augen 
schein genommen werden, um ihren Zustand zu be 
weisen. Sein Bericht soll unter Mitwirkung des Kron 
Anwalds von dem Gericht bestätigt, der Kostenbetrag 
aber aus dem Vermögen des Abwesenden bestritten 
werden. 
127. Diejenigen, die zufolge der fürsorglichen Ein 
weisung oder der gesezlichen Verwaltung den Genuß der 
Güter des Verschollenen erlangen, sind ihm, wenn er 
wieder erscheint, ehe von dem Tag seiner Entfernung an 
zurechnen fünfzehn Jahre verstrichen sind, nur ein Fünf=
	        
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