Full text: Land-Recht des Großherzogthums Baden

556 III. B. XVII. T. Von dem Einsaz=Pfand=Vertrag 
Schuldet der Schuldner, der das Pfand gab, dem nem 
lichen Gläubiger eine weitere Schuld, welche vor der Zah 
lung der Ersten verfällt, so kann der Gläubiger das Faust 
pfand inbehalten, bis er für die eine und die andere For 
derung befriedigt ist, auch ohne Zusage, daß solches für 
die Zahlung der weiteren Schuld ebenfalls haften solle. 
2083. Das Pfandrecht ist untheilbar, obschon die 
Schuld unter den Erben des Schuldners und die Forderung 
unter den Erben des Gläubigers theilbar ist. 
Der Erbe des Schuldners, der seinen Antheil an der 
Schuld gezahlt hat, kann, so lange die Schuld nicht ganz 
getilgt ist, nicht fordern, daß ihm sein Antheil am Pfand 
zurückgegeben werde. 
Umgekehrt darf auch der Erbe des Gläubigers, der 
seinen Antheil an der Forderung erhalten hat, zum Nach 
theil der übrigen Mit=Erben, die noch nicht befriedigt 
sind, das Pfand nicht ausliefern. 
2084. Die vorstehenden Verordnungen gehen nicht 
auf Handlungs=Geschäfte, noch auf öffentliche Leih= und 
Pfandhäuser, so weit solche eigenen Gesezen und Verord 
nungen unterliegen. 
Zweytes Kapitel. 
Von dem Nuz-Pfand. 
2085. Das Nuzpfands=Recht kann nur schriftlich 
gegeben werden. 
Der Gläubiger erhält durch dasselbe nur die Nuzung 
der Früchte eines Grundstücks, mit der Auflage jährlich
	        
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