Full text: Land-Recht des Großherzogthums Baden

III. B. VI. T. Von dem Verkauf. 
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1701 a b. Das Gesez gibt Loosung: 
den Gemeinden und Gemeindsbürgern an dem 
Verkauf 
auf Ungenossen; 
dem Mir=Eigenthümer eines getheilten Hauses 
an dem Verkauf eines Haus=Antheils das mit dem Sei 
nigen unter einem Dach steht; 
dem Mit=Eigenthümer einer ungetheilten Lie 
genschaft an dem Verkauf eines Antheils an einen 
Nicht=Gemeiner; 
dem stammgutsberechtigten Familienglied an 
dem Verkauf eines dazu gehörigen Grundstücks außer 
der Familie. 
1701 ac. Die Loosung findet nur statt in Verträgen 
auf Umsaz, worinn die Sache gegen Geld oder gegen 
zu Geld angeschlagene Sachen, ohne persönliche Gegen 
leistung im Handkauf hingegeben wird. 
1701 ad. Einzeln verkaufte Stücke können nur aus 
einem Sonderkauf, nicht aus einem Klumpenkauf 
gelooset werden. 
1701 a e. Man darf nur für eigenen Gebrauch, 
nicht auf Mehrschaz loosen. 
1701 af. Die Loosung findet bey der Geding=Mark 
Dach= und Sammtlosung binnen dreyßig Tagen, bey 
der Stammlosung aber binnen drey Monaten vom Ein 
trag des Verkaufs in das Grundbuch an gerechnet, statt. 
Diese Frist ist streng zu rechnen; Wiederherstellung 
gegen ihre Versäumniß findet niemals statt. 
1701 ag. Unter mehreren Lösern, deren Loosungs 
titel verschieden ist, hat die Vorloosung der Gedingloo 
ser, nach ihm der Dachlooser, dann der Sammtlooser, 
zulezt geht der Stammloser. 
Der Marklooser geht allen jenen vor, so weit sie 
Ungenossen sind, und nach, sofern sie Markgenossen sind. 
1701 a h. Unter mehreren Lösern von gleichem Titel 
geht derjenige vor, der sie zuerst ankündigt, ausser bey 
der Stammloosung, wobey derjenige vorgeht, der näher 
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